EZB ist "vorsichtig optimistisch" für Konjunkturaufschwung

Frankfurt - Die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sind zuversichtlich, dass das Ankaufprogramm der Zentralbank die Konjunktur in der Eurozone ankurbelt. Im Großen und Ganzen teile der Rat die Auffassung, dass bereits "signifikant positive Effekte" festzustellen seien, geht aus dem am Donnerstag in Frankfurt am Main veröffentlichten Bericht der Ratssitzung vom 4. und 5. März hervor.

Aus Deutschland kamen dagegen erneut Zweifel.

Insgesamt seien die Ratsmitglieder weitestgehend der Meinung, dass die im Jänner getroffenen geldpolitischen Entscheidungen einen "beachtlichen weiteren Impuls" und nahezu das letzte verbliebene Mittel der Geldpolitik zur Unterstützung der Konjunktur bedeuteten. Sie sind demnach "vorsichtig optimistisch", was die Konjunkturerholung betrifft. Auch gebe es erste Anzeichen dafür, dass die Inflation im Euroraum wieder anziehe.

Trotz des leichten Optimismus forderte der EZB-Rat die Politik erneut zum Handeln auf: Die politisch Verantwortlichen müssten die "Gelegenheit ergreifen" und neue strukturelle Reformen anstoßen, um die Konjunktur weiter anzukurbeln, heißt es in dem Bericht.

Die EZB hatte am 22. Jänner ein gigantisches Ankaufprogramm verkündet. Sie will bis Ende September 2016 jeden Monat 60 Mrd. Euro in die Märkte pumpen, um das Risiko einer Deflation abzuwenden. Das Programm startete Anfang März. Die EZB setzt darauf, dass Investoren nach dem Abkauf von Staatsanleihen ihr Geld anderswo investieren, so das Wachstum ankurbeln und eine gefährliche Spirale aus sinkenden Preisen verhindern.

Vor allem aus Deutschland kommt immer wieder Kritik an dem Ankaufprogramm. So sehen Bundesbankpräsident Jens Weidmann und EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger es sehr kritisch. Letztere zweifelt laut eines Vorab-Berichts der "Wirtschaftswoche" vom Donnerstag daran, dass das Programm die gewünschte Wirkung zeigen wird. Bei den aktuell niedrigen Zinsen in der Eurozone habe sie Zweifel, "ob die konjunkturellen Effekte des Kaufprogramms die gewünschte Größenordnung erreichen können", sagte sie dem Magazin zufolge.

Schon vor dem Beginn des EZB-Kaufprogramms seien die langfristigen Renditen auf dem Markt für Staatsanleihen sehr niedrig gewesen. "Die Erfahrungen der USA zeigen aber, dass Käufe von Staatsanleihen umso stärker wirken, je höher die betreffenden Renditen sind." Bei niedrigen Zinsen steige auch die Gefahr von zu riskantem Anlageverhalten, wodurch sich "leicht Überhitzungen oder Preisblasen in anderen Vermögensklassen bilden", sagte Lautenschläger.

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma

Die Telekomaufsicht weicht Regelwerk das unter Barack Obama erst beschlossen wurde. Der Rechtsstreit ist damit programmiert, es wird mit Klagen von vielen Interenetkonzernen gerechnet.
 

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US-Behörde kippt Netzneutralität - Rückschlag für Google & Co