EZB-Inflationsziel bleibt unerreicht - Teuerung bei 1,4 Prozent

Brüssel/Berlin (APA/Reuters) - Trotz der großen Geldschwemme in der Eurozone hat sich die Inflation vor der Jahreswende weiter vom EZB-Ziel entfernt. Sie fiel im Dezember um einen Tick auf 1,4 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Europäische Zentralbank versucht, mit billionenschweren Geldspritzen eine Inflation von knapp zwei Prozent zu erreichen.

Zum Vergleich: Im November lag sie in Österreich bei 2,4 Prozent, die Dezember-Inflation wurde noch nicht veröffentlicht.

Auch wenn das Ziel noch längst nicht erreicht ist, hat sie im neuen Jahr damit begonnen, ihre Wertpapier-Käufe auf 30 Milliarden Euro pro Monat zu halbieren. Die Hüter des Euro reagieren damit auf den Aufschwung im Währungsraum, der jedoch im vorigen Jahr bei der Inflation kaum Spuren hinterlassen hat.

"Im Jahresdurchschnitt 2017 sind die Verbraucherpreise im Euroraum nur um 1,6 Prozent gestiegen, nach 1,5 Prozent im Jahr 2016", so Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank. Einer der Gründe für die noch niedrigere Inflationsrate im Dezember war, dass sich Energie nicht mehr ganz so stark wie im November verteuerte. Der Preis dafür zog um 3,0 Prozent zum Vorjahresmonat an. Im November lag dieser Wert noch bei 4,7 Prozent. Lebensmittel, Alkohol und Tabak kosteten 2,1 Prozent mehr. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,2 Prozent. Zugleich blieben die Preissteigerungen für Industriegüter mit 0,5 Prozent für Aufschwungzeiten auffällig niedrig.

Das Bankhaus Lampe sieht dabei strukturelle Veränderungen am Werk, die die Teuerung dämpfen: "Stichworte hierzu sind unter anderem die Globalisierung, Robotertechnik, die geschwächte Position der Gewerkschaften und das allgegenwärtige Internet." Chefökonom Alexander Krüger erwartet, dass aber zumindest der "schleichende Anstieg des Rohölpreises" für mehr Inflation sorgen dürfte: "Dies spielt der EZB beim Ausstieg aus ihren Wertpapierkäufen in die Karten."

Das Programm soll noch bis mindestens Ende September laufen. In der Führungsetage der EZB-Zentrale in Frankfurt wird bereits laut darüber nachgedacht, die Neuankäufe noch in diesem Jahr auslaufen zu lassen. Doch die Notenbank kann damit ihre Mission wohl noch lange nicht als erfüllt ansehen: Selbst für 2020 rechnen die EZB-Ökonomen nur mit einem Preisanstieg von 1,7 Prozent.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht