EZB will Inflation notfalls mit allen Mitteln anschieben

EZB-Chef Draghi hat angekündigt im Dezember die Geldschleusen weiter zu öffnen und Anleihen zu kaufen, falls die Inflation nicht steigt.

Frankfurt. Im Kampf gegen die niedrige Inflation ist EZB-Chef Mario Draghi zu allen Mitteln bereit. "Wenn wir überzeugt sind, dass unser mittelfristiges Inflationsziel in Gefahr ist, werden wir alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte Draghi der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" (Samstagausgabe).

"Wir werden prüfen, ob weitere Anreize nötig sind", fügte er hinzu. Die Frage sei aber noch offen. Die Inflation in der Euro-Zone werde wahrscheinlich mindestes bis Anfang nächsten Jahres nahe Null, wenn nicht sogar negativ bleiben.

Trotz der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ziehen derzeit die Preise in der 19-Länder-Gemeinschaft nicht an. Im Oktober verharrten sie auf Vorjahresniveau - im September waren sie sogar um 0,1 Prozent gesunken.

Die EZB strebt aber mittelfristig eine Inflation von knapp zwei Prozent an, die sie als optimalen Wert für die Wirtschaftsentwicklung erachtet. Die Notenbank will auf jeden Fall verhindern, dass die Preise auf breiter Front fallen. In einer solchen deflationären Abwärtsspirale lauern Verbraucher auf immer niedrigere Preise, zögern Firmen Investitionen heraus und Löhne sinken.

Draghi hatte bereits signalisiert, das die EZB bei ihrer Ratssitzung im Dezember bereit ist, die Geldschleusen falls nötig weiter zu öffnen. Dann stehen den Währungshütern neue Prognosen zur Inflations- und Konjunkturentwicklung ihrer eigenen Stäbe zur Verfügung.

Ab Mitte 2016 und dann im Jahr 2017 sei wieder mit einem allmählichen Anstieg der Inflation zu rechnen, sagte Draghi der Zeitung. Das sei auch einer verzögerten Wirkung des Eurokurs-Rückgangs zu verdanken. Der Notenbank stehe eine große Bandbreite an geldpolitischen Instrumenten zur Verfügung.

Auf die Frage, ob eine Senkung des Einlagezinses zusammen mit Veränderungen am großen Anleihen-Kaufprogramm eingeleitet werden könnte, sagte Draghi, für eine Einschätzung dazu, sei es zu früh. Der Strafzins für Banken, wenn sie über Nacht bei der EZB Geld parken, liegt derzeit bei minus 0,2 Prozent. Damit will die EZB die Banken zu einer stärkeren Kreditvergabe anregen. Zuletzt waren Volkswirte davon ausgegangen, dass der Einlagenzins auf minus 0,3 Prozent verschärft werden könnte.

Ankara/Washington/Genf (APA/dpa) - Auf Drängen Ankaras soll sich die Welthandelsorganisation (WTO) mit den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der Türkei befassen. Ein entsprechender Antrag zu einem Streitschlichtungsverfahren sei eingegangen, teilte die WTO am Montag mit. Zunächst haben beide Seiten 60 Tage Zeit, miteinander zu reden. In dem Handelskonflikt fahren Ankara und Washington einen harten Kurs.
 

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Türkei bringt Zollstreit mit den USA vor die WTO

Caracas (APA/dpa) - Mit einer ganzen Reihe von Reformen will die Regierung Venezuelas die schwere Wirtschaftskrise beilegen. Angesichts der Hyperinflation werden fünf Nullen aus der Landeswährung gestrichen. Aus einer Million Bolívar fuerte (starker Bolívar) werden ab Montag 10 Bolívar soberano (souveräner Bolívar). Zudem soll der Bolívar künftig an die neue Kryptowährung Petro gekoppelt sein.
 

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Venezuela will Wirtschaftskrise mit Reformen beilegen

München/Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Fernbusanbieter Flixbus klagt die Deutsche Bahn wegen der Darstellung seiner Züge im Internet. "Bereits im Juli haben wir Klage eingereicht, weil Flixtrain auf bahn.de nur lückenhaft abgebildet wird", teilte Geschäftsführer André Schwämmlein am Montag auf Anfrage einen Bericht des "Manager Magazin".
 

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Flixtrain klagt Deutsche Bahn wegen Internetübersicht