EZB-Geldflut - Deutsche Exporteure: Draghi provoziert Währungskrieg

Berlin (APA/Reuters) - Die deutschen Exporteure werfen der EZB vor, mit ihrem Billionen-Anleihekaufprogramm einen Währungskrieg zu provozieren und den Zusammenhalt in Europa zu gefährden. "Was EZB-Präsident Mario Draghi macht, ist in meinen Augen brandgefährlich", sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) lasse den Eurokurs weiter sinken, und das werde sich noch fortsetzen. "Es gibt die Problematik Währungskrieg, noch mehr Spaltung in der EU und noch mehr Unsicherheit", klagte er.

Börner sagte, Draghi wolle den Euro "heruntergeprügelt haben". Er rechne auf kurze Sicht mit einem weiter sinkenden Euro, der Kurs könne auf Dollar-Parität absacken. Die europäische Währung notierte am Freitag bei rund 1,12 Dollar - im Mai 2014 waren es noch knapp 1,40 Dollar. Eine Politik der Schwächung des Euro berge aber massive Gefahren. "Irgendwann sagen die Amerikaner oder die Asiaten, jetzt reicht es uns." Dann drohe ein Abwertungswettlauf und damit ein Währungskrieg.

Der BGA-Präsident wies auch die These zurück, die Exporteure seien die großen Gewinner des schwachen Euro. Diese Darstellung sei reiner Populismus. "Wir brauchen den Kurs nicht, wir sind stark genug", sagte Börner. Zwar könnte ein schwächerer Euro kurzfristig dem deutschen Export mehr Schwung geben. Auf Dauer sei der Effekt aber eher negativ. Viel wichtiger sei für die Wirtschaft eine stabile Währung und stabile Zukunftsaussichten. Dazu aber trage Draghi nicht bei.

Zudem schafften mehr deutsche Exporte Probleme innerhalb und außerhalb der EU wegen wachsender deutscher Handelsüberschüsse, sagte Börner. "Wir haben ja ohnehin Probleme mit den Überschüssen. Da stehen wir ohnehin schon am Pranger." Lege der deutsche Export noch kräftiger zu, schade das dem Zusammenhalt in der EU. "Die Spaltungstendenzen in der EU nehmen dann noch." Insgesamt sei die jüngste EZB-Entscheidung ein Desaster. "Ich sehe nur Negatives", sagte Börner. Auch den südeuropäischen Krisenländern helfe sie nicht.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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