EZB-Direktorin für Herunterfahren der Anleihenkäufe

Stuttgart/Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sieht die Zeit für einen langsamen Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik gekommen. "Und für mich ist die Zeit reif", sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag in Stuttgart laut Redetext. "Für mich ist klar: Wir müssen zu Beginn des kommenden Jahres damit beginnen, unsere Anleihekäufe zurückzufahren", sagte sie.

Die Reihenfolge, in der die EZB ihre unkonventionellen Maßnahmen beenden werde, sei derzeit noch klar. Erst werde der Nettoerwerb von Anleihen heruntergeschraubt. Die Zinsen dagegen würden dagegen weit über die Zeit der Anleihenkäufe hinaus niedrig bleiben, meinte Lautenschläger bei einer Veranstaltung.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte signalisiert, dass die Euro-Notenbank auf ihrer nächsten Zinssitzung in diesem Monat über die Zukunft ihrer billionschweren Anleihenkäufe entscheiden wird. Diese sind momentan die wichtigste Waffe der Euro-Wächter im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht immer noch zu niedrige Inflation im Währungsraum. Die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken erwerben aktuell Staatsanleihen und andere Wertpapiere im monatlichen Umfang von 60 Milliarden Euro. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Währungshüter ihre monatlichen Käufe ab Jänner verringern werden. In Deutschland erwarten die führenden deutschen Forschungsinstitute, dass die EZB die Käufe 2018 binnen neun Monaten auslaufen lassen wird.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker