EZB-Direktor - Länder könnten mehr für Wachstumsförderung sorgen

Frankfurt - EZB-Direktor Benoit Coeure hat die Euro-Länder aufgefordert, mehr zur Förderung von Wachstum in der Eurozone zu unternehmen. Die Europäische Zentralbank (EZB) könne nicht allein die Bedingungen für eine nachhaltige Konjunkturerholung schaffen, sagte das Mitglied des Führungsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB) am Montag auf einer Veranstaltung in Paris.

"Dies erfordert eine abgestimmte Anstrengung hinsichtlich der Wirtschafts- und Haushaltspolitik," sagte Coeure. So könnten alle Länder ihre Steuerstrukturen wachstumsfördernder gestalten. Öffentliche Ausgaben könnten zudem in Richtung Investitionen, Forschung und Bildung umgeschichtet werden.

Frankreichs Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau zufolge ist die Eurozone wegen des Ölpreisrutsches und der Wachstumsabschwächung in Schwellenländern mit "deflationärem Druck" konfrontiert. Er sehe aber keine Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und Vermögenspreisen, sagte der Notenbanker. Eine solche Entwicklung wird in der Fachwelt als Deflation bezeichnet. Villeroy de Galhau wies zudem darauf hin, dass es für die Glaubwürdigkeit der EZB wichtig sei, an ihrem Inflationsziel von mittelfristig knapp zwei Prozent festzuhalten.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte unlängst den Schlüsselsatz zur Geldversorgung der Banken erstmals auf 0,0 Prozent gesenkt. Außerdem erhöhten die Euro-Wächter den monatlichen Umfang ihrer umstrittenen Anleihenkäufe und verschärften den Strafzins für Banken, wenn diese bei der Notenbank über Nacht Geld parken.

Frankfurt (APA/Reuters) - Börsianer dürften in der neuen Woche bange Blicke nach Frankfurt werfen. Dort entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs und hat damit auch das Wohl und Wehe des Aktienmarktes in der Hand. Erwartungen, dass die Zentralbank bald die Zinsen erhöht, hatten den Euro zuletzt auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und den Dax zeitweise ausgebremst.
 

Newsticker

EZB-Chef Draghi hält die Anleger in Atem

Bochum/Essen (APA/Reuters) - Thyssenkrupp-Gegner und -Befürworter haben sich anlässlich der Haufversammlung von Thyssenkrupp wegen der Zerschlagung des Mischkonzerns nichts geschenkt. Wie erwartet gab es scharfe Kritik von Investoren am Kurs von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der kein Freund einer Aufspaltung ist.
 

Newsticker

Heftiger Schlagabtausch der Investoren auf Thyssen-HV

München (APA/Reuters) - Nach Schätzungen von Versicherungsmathematikern kommen auf die Assekuranz nach dem Orkan "Friederike" in Deutschland Zahlungen von rund 800 Mio. Euro zu. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die Kosten von Stürmen in Deutschland berechnet, erklärte Versicherungsmathematiker Onnen Siems am Freitag.
 

Newsticker

"Friederike" verursacht 800 Millionen Euro Schaden