EZB-Direktor Coeure forderte Banken zum Abbau fauler Kredite auf

EZB-Direktor Benoit Coeure hat die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank gegen Kritik aus der Bankenbranche verteidigt. Sich für das Ziel der Preisstabilität einzusetzen sei essenziell, sagte Coeure am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Frankfurt.

Diejenigen, die nach einer weniger konjunkturfördernden Geldpolitik rufen, sollten sich fragen, welche Folgen es für die Kreditvergabe der Banken habe, wenn die Produktion stagniere und die Preise fielen. Die Probleme der Institute mit faulen Krediten und nicht nachhaltigen Geschäftsmodellen hätten nichts mit der Geldpolitik zu tun. "Darauf zurückzuführende Unsicherheit zu verringern erfordert, dass andere Politik-Betreiber und die privaten Mitspieler handeln", sagte Coeure.

Dem EZB-Direktor zufolge wurden bisher nur geringe Fortschritte bei der Lösung des Problems der faulen Kredite von Banken erzielt. In vielen Ländern, die besonders unter der Schuldenkrise gelitten hätten, sei der Bestand an faulen Krediten bei den Banken immer noch zu hoch. "Das untergräbt das Vertrauen in ihre Fähigkeit, weitere Verluste aufzufangen." Zudem müssten Geldhäuser mit schwacher Profitabilität Wege finden, Einnahmen zu steigern, die nicht aus dem Zinsgeschäft stammen. Auch sollten sie wenn möglich ihre Betriebskosten weiter senken.

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