EZB-Direktor - Anleihenkäufe können nicht zur Dauereinrichtung werden

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Geldflut der EZB kann nach Ansicht des Direktoriumsmitglieds Benoit Coeure nicht zu einer Dauereinrichtung werden. Die unter dem Fachbegriff "quantitative easing" bekannten billionenschweren Anleihekäufe könnten schon aus rein technischen Gründen nicht immer weiter fortgeführt werden, betonte der Franzose am Donnerstag auf einer Konferenz in Lyon.

"Viele Leute wollen, dass wir mit 'quantitative easing' ewig weitermachen. Aber die Tiefe der europäischen Kapitalmärkte ist ganz anders als in den Vereinigten Staaten", meinte Coeure. Er denke, dass die Käufe daher nicht als "dauerhaftes Instrument" der EZB-Geldpolitik taugten.

Die Bemerkungen lassen aufhorchen, da es in der EZB bei ihrem jüngsten Beschluss zur Verlängerung der Anleihenkäufe intern eine Kontroverse darüber gegeben hatte, ob ein Enddatum für die Geschäfte bestimmt werden sollte. Der EZB-Rat entschied sich letztlich dagegen und entschied, dass die Käufe ab Jänner bei einem halbierten Volumen von 30 Mrd. Euro monatlich bis mindestens September fortgesetzt werden sollten.

Die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hatte jüngst offen eingeräumt, dass sie sich durchaus ein festes Enddatum für die Käufe gewünscht hätte. Die EZB erwirbt seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen der Euro-Länder und andere Schuldentitel. Auf diese Weise will sie Banken dazu bewegen, weniger in solche Titel und stattdessen mehr in Kredite an die Wirtschaft zu investieren.

Analysten zufolge könnte die EZB irgendwann an selbst gesetzte Obergrenzen stoßen - beispielsweise bei deutschen Titeln. Die Währungshüter dürfen nach eigenen Regeln nur bis zu 33 Prozent einer einzelnen Staatsanleihe und ebenfalls nur bis zu 33 Prozent der ausstehenden Anleiheschulden eines Landes halten.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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