EZB-Chefvolkswirt Praet fordert Strukturreformen in Europa

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hat die Euro-Länder zu Reformen aufgerufen. "Konjunkturfördernde Geldpolitik und entschlossene Strukturreformen müssen Hand in Hand gehen", sagte Praet am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext. Im Währungsraum sei der Beginn einer zyklischen Konjunkturerholung zu sehen - eine strukturelle Erholung sei dies jedoch noch nicht.

Hier sei auch die Politik gefragt. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstütze mit ihrer Geldpolitik eine Stärkung der Nachfrage und einen besseren Zugang zu Krediten, sagte Praet. Das sorgt nach Einschätzung des Chefvolkswirts für ein günstiges Umfeld für Reformen. Praet zufolge sollte der Fokus dabei auf solche Schritte gelegt werden, die kurzfristig die größte Wirkung auf die Nachfrage entfalten und die am wenigsten die Inflation nach unten drücken. Firmen sollten in eine bessere Position gebracht werden, um von den aktuell niedrigen Zinsen zu profitieren und in Projekte zu investieren.

Die Euro-Währungshüter hatten im Jänner ein über eine Billion Euro schweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen auf den Weg gebracht. Damit will die EZB die Kreditvergabe im Währungsraum anschieben und der Konjunktur auf die Sprünge helfen, was auch die aktuell sehr niedrige Inflation wieder nach oben treiben soll. Am 9. März begannen die Käufe - bis September 2016 wollen die Euro-Wächter pro Monat im Umfang von 60 Mrd. Euro Staatsbonds und andere Wertpapiere aufkaufen. EZB-Chef Mario Draghi hatte zuletzt von klaren Anzeichen gesprochen, dass die ultralockere Geldpolitik Wirkung zeigt.

Zu den Hemmnissen für ein stärkeres Wachstum von Firmen im Währungsraum zählte Praet unter anderem Regulierungen in Frankreich für Unternehmen ab 50 Beschäftigten. Als ein weiteres Feld nannte er Maßnahmen, die für eine schnelle Einführung neuer digitaler Technologien sorgen. So sei etwa Italien eines der Länder mit der niedrigsten Integration bei digitalen Technologien in Europa. Auch hier könnten Strukturreformen ansetzen.

Zürich (APA/awp/sda/Reuters) - Zwei geplante Gesetzesänderungen könnten nach Ansicht der Ratingagentur Moody's den Schweizer Immobilienmarkt umkrempeln. "Der durch die Initiativen ausgelöste fundamentale Wandel würde inländische Banken an einem kritischen Punkt im Konjunkturzyklus treffen", erklärte Moody's-Experte Mathias Külpmann gemäß dem am Montag veröffentlichten Bericht "Banking Switzerland".
 

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Moody's warnt vor schwierigen Zeiten für Schweizer Banken

Brüssel (APA) - Ernüchterung herrscht unter den 27 EU-Staaten über den Stillstand bei den Brexit-Verhandlungen. Große Hoffnungen waren zunächst in ein Treffen Sonntagabend zwischen dem britischen Brexitminister Dominique Raab und EU-Chefverhandler Michel Barnier gesetzt worden. Doch gab es keine Fortschritte. Die EU-Botschafter wurden danach in Brüssel über die Situation informiert.
 

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Brexit - Ernüchterung bei EU-27 nach Treffen Barnier-Raab

Berlin (APA/Reuters) - Die Probleme der Autobranche mit dem neuen Abgastest WLTP werden nach Prognosen des deutschen Wirtschaftsministeriums die Konjunktur in Deutschland vorübergehend belasten. "Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung wird dadurch im dritten Quartal etwas gedämpft", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.
 

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Probleme in Autoindustrie dämpfen deutsche Konjunktur