EZB schaltet bei Anleihenkäufen einen Gang zurück

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihren umstrittenen Anleihenkäufen das Tempo gedrosselt. In der Osterwoche bis zum 28. März nahmen die Euro-Wächter Staatsbonds im Volumen von 10,35 Mrd. Euro in ihre Bücher, wie die EZB am Dienstag mitteilte. In der Woche zuvor waren es noch 12,41 Mrd. Euro gewesen.

Die Euro-Zentralbank und die nationalen Notenbanken der Währungsgemeinschaft haben damit seit Programmstart im März 2015 Staatspapiere im Umfang von 643,26 Mrd. Euro erworben. Das gesamte Programm soll noch bis Ende März 2017 laufen und dann - Hypothekenpapiere, Pfandbriefe, Regional- und Firmenanleihen eingeschlossen - ein Volumen von 1,74 Bill. Euro haben.
Mit den Käufen will die EZB Geschäftsbanken dazu bewegen, mehr Kredite an Firmen und Haushalte auszureichen statt in Anleihen zu investieren. Denn das stützt die Konjunktur und treibt auch die aus Sicht der Notenbank viel zu niedrige Inflation nach oben.
Im Februar waren die Preise im Währungsraum um 0,2 Prozent gesunken. Die EZB strebt aber knapp zwei Prozent Inflation als optimalen Wert für die Eurozone an. Auch deshalb beschloss der EZB-Rat unlängst, den Gesamtumfang der monatlichen Wertpapier-Käufe ab April auf 80 von bisher 60 Mrd. Euro aufzustocken.

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