EY-Analyse: Österreich kann Wachstum nach 2016 nicht beschleunigen

Wien - Österreich wird nach dem Jahr 2016 sein Wirtschaftswachstum nicht nennenswert steigern können, die Entwicklung wird seitwärts gehen, erwarten die Berater von EY (Ernst & Young) in einer neuen Analyse. Beim Privatkonsum dürfte der Zuwachs 2017 am stärksten sein, sich aber dann wieder verflachen. Entspannung sehen die Experten dagegen schon ab heuer am schwierigen heimischen Arbeitsmarkt.

Die Arbeitslosenrate nach Eurostat-Definition sollte demnach schon ab heuer sukzessive sinken, von 5,5 Prozent im Jahr 2015 bis auf 5,0 Prozent im Jahr 2019, heißt es in der zusammen mit dem britischen Forschungsinstitut Oxford Economics erstellten Studie. Dies steht im Kontrast zu den Prognosen von Wifo und IHS, die heuer und 2016 mit Anstiegen rechnen, nächstes Jahr auf 5,8 Prozent. Positiv hebt EY die in Österreich mit 10 Prozent geringe Jugendarbeitslosigkeit hervor, die in der Eurozone bei 23 Prozent liegt. Zuletzt, im 1. Quartal, hatte Österreich die insgesamt zweitniedrigste Arbeitslosenrate nach Deutschland aufgewiesen.

Der private Konsum sollte vom Arbeitsmarkt und einer niedrigen Inflationsrate profitieren und weiter ein Stabilisator für das Wirtschaftswachstum in Österreich darstellen, erwarten die Fachleute von EY. Seit Beginn der Wirtschaftskrise seien die Konsumausgaben mit einer einzigen Ausnahme jedes Jahr gewachsen. Einen Anschub könnte der Konsum durch die niedrigen Ölpreise und die dadurch geringe Inflation erhalten. Hier sollte mit 1,9 Prozent im Jahr 2017 vorerst der Höhepunkt erreicht sein, für heuer werden im Jahresschnitt 0,8 Prozent und 2016 dann 1,5 Prozent Teuerung erwartet. Für den Privatkonsum wird für heuer ein Plus von 0,7 Prozent vorhergesagt, für 2016 1,3 und für 2017 1,5 Prozent, danach eine leichte Abschwächung auf 1,4 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) insgesamt sieht EY in Österreich heuer um 0,7 Prozent wachsen, ebenso wie die gegenüber dem Wifo etwas optimistischere IHS-Prognose. 2016 soll es dann - IHS-konform - um 1,8 Prozent zulegen. Für 2017 und 2018 werden aber nicht mehr als je 1,8 Prozent Plus gesehen, 2019 sogar nur 1,7 Prozent.

Ab 2016 würden die - weiterhin international wettbewerbsfähigen - Unternehmen in Österreich von besseren Rahmenbedingungen profitieren, heißt es. Die Exporte würden dann für das Wachstum einen stärkeren Beitrag liefern. Das werde - gestützt durch günstige Kreditkonditionen - allmählich für einen Anstieg der Investitionen sorgen, deren gedämpfte Entwicklung eines der Hauptprobleme Österreichs in den vergangenen drei Jahren war.

Für die Ausfuhren von Gütern und Dienstleistungen rechnet man mit einer schrittweisen Expansion der Zuwächse, bis 2017 mit 5,1 Prozent Anstieg der Gipfel erreicht ist; für 2018/19 werden leichte Abschwächungen auf 4,9 bzw. 4,4 Prozent gesehen - immer noch mehr als das Exportplus von 2,6 Prozent heuer und 4,2 Prozent 2016. Nächstes Jahr dürften die Ausfuhren der Hauptgrund fürs heimische Wirtschaftswachstum sein, heißt es.

"Relativ solide" dürften die öffentlichen Finanzen bleiben, schätzt EY in seiner Studie. Voriges Jahr lag der Maastricht-Saldo des Staatshaushalts bei 2,4 Prozent des BIP - dieser sollte sich heuer auf 2,1 Prozent und 2016 auf 1,7 Prozent verbessern, wird angenommen. Das sei zwar ein langsamerer Rückgang der Defizitquote als ursprünglich erwartet, aber eben Ergebnis der Einkommensteuer-Tarifsenkung der kommenden Steuerreform.

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

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Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

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Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

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Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden