Experten raten London zu harter Linie gegen EU-Migranten nach Brexit

London (APA/dpa) - Arbeitnehmer aus EU-Staaten müssen womöglich in Zukunft hohe Hürden bei einer Einwanderung nach Großbritannien überwinden. Sie sollten nach dem Brexit denselben Einwanderungsregeln unterliegen wie Migranten von außerhalb der Europäischen Union, empfahl eine von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Studie. Experten stellten die Ergebnisse am Dienstag in London vor.

Fachkräften müsse der Zugang zum Vereinigten Königreich erleichtert, Geringqualifizierten dagegen erschwert werden. Entscheidend für die Einwanderung seien Faktoren wie Alter und berufliche Fähigkeiten, aber nicht die Nationalität, heißt es in dem Bericht des Beratungskomitees für Migration (Migration Advisory Committee).

Die Regierung will die Vorschläge "sorgfältig erörtern". Die oppositionelle Labour-Partei begrüßte den Bericht, da er das "Ende der Diskriminierung" von Nicht-EU-Migranten bedeute.

Dem Report zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass die vielen EU-Migranten dem Land geschadet hätten. Dies gelte zum Beispiel mit Blick auf staatliche Ausgaben, das Gesundheitswesen und die Kriminalitätsrate. Häufig wird Einwanderern in Großbritannien vorgeworfen, dass sie zum Beispiel Schuld seien an überfüllten Krankenhäusern, zu wenig Schulplätzen und klammen Staatskassen.

In Großbritannien leben ungefähr 3,2 Millionen EU-Bürger. Bei der Abstimmung über den EU-Austritt vor zwei Jahren spielte das Thema Einwanderung eine große Rolle. Ziel von Premierministerin Theresa May ist es, die Nettoeinwanderung - also die Differenz zwischen Einwanderung und Auswanderung - auf unter 100.000 pro Jahr zu drücken. Zahlreiche EU-Ausländer haben das Land seit dem Votum vor zwei Jahren bereits verlassen.

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