Experten: EZB verfehlt auf Jahre hinaus Inflationsziel

Angesichts des drastischen Preisverfalls beim Öl wird die EZB nach Ansicht von Experten auf Jahre hinaus ihr Inflationsziel verfehlen. Selbst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts wird die Teuerungsrate in der Eurozone nur bei 1,8 Prozent liegen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage unter professionellen Beobachtern der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.

Die EZB strebt einen Wert "unter, aber nahe zwei Prozent" an. Für dieses Jahr senkten die Beobachter ihre Prognose auf 0,7 von zuvor 1,0 Prozent. 2017 soll die Jahresteuerung dann mit 1,4 Prozent doppelt so hoch, doch noch immer meilenweit vom Ziel der EZB entfernt sein.

Die EZB hatte im Dezember für 2016 noch eine Inflationsrate von 1,0 Prozent veranschlagt. Womöglich muss diese Vorhersage im März kassiert werden, womit Befürworter einer noch lockereren Geldpolitik Argumente an der Hand hätten. EZB-Chef Mario Draghi hatte am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung betont, dass die Währungshüter die Talfahrt des Öls nicht kalt lassen könne. Es drohe die Gefahr, dass sich der Preisverfall auch in anderen Gütergruppen festsetze. Dan könnte eine deflationäre Abwärtsspirale ausgelöst werden. Dabei halten sich Verbraucher in Erwartung immer günstiger Preise mit Käufen zurück, Löhne sinken und Investitionen kommen ins Stocken.

Wien/Linz (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere hat der Zweitangeklagte Walter Meischberger heute den ganzen Tag lang die genauen Fragen der Richterin zu den Liechtenstein-Konten beantworten müssen. Dabei kam der frühere FPÖ-Spitzenpolitiker und Grasser-Trauzeuge einige Male ins Rätseln - obwohl er ja angibt, alle drei Konten seien in Wahrheit ihm zuzurechnen.
 

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Grasser-Prozess - Meischberger rätselt über Liechtenstein-Konten

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Dublin/Frankfurt (APA/dpa) - Die deutsche Bundesregierung soll nach Auffassung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mehr für den Luftverkehr und die dort beschäftigten Arbeitnehmer tun. Es gelte unter anderem, atypische Beschäftigungsmodelle auf europäischer Ebene zu unterbinden, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz am Mittwoch beim Deutschen Verkehrspilotentag in Frankfurt.
 

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Pilotengewerkschaft Cockpit kritisiert Leihpilotensystem bei Ryanair