Experten erwarten wegen EZB-Anleihekäufen höhere Inflation

Die am Montag startenden Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) nähren am Finanzmarkt bereits die Erwartung, dass die Teuerung bald wieder anziehen wird. Das für die Geldpolitik wichtige Inflationsbarometer, der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward, stieg am Freitag auf 1,798 Prozent von 1,765 Prozent am Donnerstag.

Investoren gehen somit davon aus, dass - beginnend in fünf Jahren - die Inflation über einen Zeitraum von fünf Jahren bei etwa 1,798 Prozent liegen wird und sich damit der EZB-Zielmarke von knapp unter zwei Prozent annähert. Mit dem Anstieg steht der Indikator vor seinem größten Wochensprung seit mindestens zweieinhalb Jahren.

Das Barometer kann als Indiz dafür gesehen werden, dass die Finanzmärkte an den Erfolg des umstrittenen Programms von EZB-Chef Mario Draghi glauben. "Wir interpretieren dies als ein Zeichen für die Glaubwürdigkeit von Draghis Maßnahmen", sagte etwa Guilhem Savry, Investment-Manager beim Anlagehaus Unigestion.

Die EZB wird am Montag ihr insgesamt über eine Billion Euro schweres Programm starten. Geplant sind monatliche Käufe von Staatsbonds und anderen Wertpapieren im Volumen von 60 Milliarden Euro. Draghi geht davon aus, dass die Geldflut nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed die Konjunktur und die Inflation in der Eurozone anschiebt. Die EZB rechnet für das Jahr 2017 mit einer Inflationsrate von 1,8 Prozent. Im Februar fielen die Preise dagegen um 0,3 Prozent.

Die angestrebte Inflationsrate ist aus Sicht der Notenbank am besten für die wirtschaftliche Entwicklung. Denn fallende Preise können dazu führen, dass sich Konsumenten zurückhalten, weil sie erwarten, Produkte bald noch günstiger zu bekommen. Unternehmen verdienen dann weniger, stellen nicht mehr ein und investieren kaum noch - eine Abwärtsspirale entsteht, die nur schwer zu stoppen ist. Um einen Sicherheitsabstand zur sogenannten Deflation zu haben, spricht die EZB bei einem Plus von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte