Experten: Einnahmen des IS um etwa ein Drittel eingebrochen

Der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) brechen Experten zufolge die Einnahmen weg. Die Luftangriffe auf die Öl-Anlagen der Islamisten und die Rückeroberung von der IS kontrollierter Gebiete hätten dazu geführt, dass die Extremisten derzeit rund ein Drittel weniger einnähmen als Mitte vergangenen Jahres, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Analysehauses IHS.

Zwar sei der IS noch eine ernstzunehmende Macht, schrieb der Analyst Ludovico Carolino. "Aber dieser Einnahmerückgang ist bedeutend und macht es für die Gruppe schwieriger, langfristig ihr Gebiet zu verwalten." Dem Bericht zufolge sucht der IS nach neuen Einnahmenquellen. So könnten sich Verurteilte jetzt von Prügelstrafen freikaufen, und es könnten nun Strafgelder für falsche Antworten auf Fragen zum Koran verhängt werden.

Dem Bericht zufolge sind die Einnahmen des IS von 80 Millionen Dollar pro Monat Mitte 2015 auf 56 Millionen im März zurückgegangen. Im selben Zeitraum sei die tägliche Ölförderung von 33.000 Barrel auf 21.000 Barrel eingebrochen. Die Einnahmen des IS stammten etwa zur Hälfte aus Steuern und Beschlagnahmungen, 43 Prozent komme aus Ölverkäufen und der Rest aus Spenden, dem Stromverkauf sowie dem Drogenschmuggel.

Die radikalen Sunniten haben große Teile des Irak und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht und sind auch in Libyen und Afghanistan präsent. Allerdings sei das Gebiet ihres selbst ernannten Kalifats seit Mitte 2014 um etwa ein Fünftel geschrumpft, berichtete IHS. Damit ist auch die Zahl der Menschen, die unter der Kontrolle des IS leben, von neun auf rund sechs Millionen zurückgegangen - das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Hessen. "Es gibt weniger Menschen und Geschäftsaktivitäten, die besteuert werden können. Dasselbe gilt für die Beschlagnahmung von Besitz und Immobilien", beschrieb IHS-Analyst Columb Strack die Folgen.

Frankfurt (APA/Reuters) - Börsianer dürften in der neuen Woche bange Blicke nach Frankfurt werfen. Dort entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs und hat damit auch das Wohl und Wehe des Aktienmarktes in der Hand. Erwartungen, dass die Zentralbank bald die Zinsen erhöht, hatten den Euro zuletzt auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und den Dax zeitweise ausgebremst.
 

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EZB-Chef Draghi hält die Anleger in Atem

Bochum/Essen (APA/Reuters) - Thyssenkrupp-Gegner und -Befürworter haben sich anlässlich der Haufversammlung von Thyssenkrupp wegen der Zerschlagung des Mischkonzerns nichts geschenkt. Wie erwartet gab es scharfe Kritik von Investoren am Kurs von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der kein Freund einer Aufspaltung ist.
 

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Heftiger Schlagabtausch der Investoren auf Thyssen-HV

München (APA/Reuters) - Nach Schätzungen von Versicherungsmathematikern kommen auf die Assekuranz nach dem Orkan "Friederike" in Deutschland Zahlungen von rund 800 Mio. Euro zu. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die Kosten von Stürmen in Deutschland berechnet, erklärte Versicherungsmathematiker Onnen Siems am Freitag.
 

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"Friederike" verursacht 800 Millionen Euro Schaden