Ex-Osram-Firma Ledvance baut 1.300 von 2.300 Leuten in Deutschland ab

Berlin (APA/dpa) - Wenige Monate nach der Übernahme durch einen chinesischen Investor will der Leuchtmittelhersteller Ledvance mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze abbauen. Wie das Unternehmen am Montag bestätigte, sollen die zwei ehemaligen Osram-Werke in Augsburg und Berlin geschlossen werden. An anderen Standorten ist in den kommenden Jahren ebenfalls ein deutlicher Personalabbau geplant.

Insgesamt sollen nach den Angaben des Unternehmens rund 1.300 von etwa 2.300 Mitarbeitern in Deutschland gehen. Bereits am Wochenende war die Dimension der Schließungspläne bekanntgeworden.

Der Betriebsrat und die IG Metall kritisierten das Vorgehen massiv. Es sei ein "bodenloses Verhalten gegenüber den Mitarbeitern", sagte Angela Steinecker, die Unternehmensbeauftragte der Gewerkschaft. Die Mitarbeiterversammlung in Augsburg, mit etwa 700 Beschäftigten der größte betroffene Standort, habe gerade einmal eine Viertelstunde gedauert. Perspektiven seien den Mitarbeitern dabei nicht aufgezeigt worden, so habe es keine Angaben zu einer Auffanggesellschaft gegeben.

Osram hatte seine im Jahr 2016 Ledvance getaufte Lampensparte zum 1. März 2017 für mehr als 400 Mio. Euro an ein Konsortium um den chinesischen Investor MLS verkauft. Weltweit hat das Unternehmen etwa 9.000 Mitarbeiter an 17 Standorten. "Es ist ein komischer Zufall, dass nicht einmal eineinhalb Jahre nach Ausgliederung des klassischen Geschäftes dieses Hackebeil kommt", meinte Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek.

Das Unternehmen begründete den Schritt mit dem Trend zu modernen LED-Leuchtmitteln. Die heimischen Ledvance-Werke sind davon besonders betroffen, weil dort noch herkömmliche Leuchten wie Leuchtstoffröhren produziert werden. Es werde mit einem Rückgang des Marktvolumens im traditionellen Geschäft von nahezu 90 Prozent bis 2025 gerechnet, erklärte Ledvance dazu.

In Augsburg soll bis Ende 2018 das eigentliche Werk und etwas später auch eine spezielle Maschinenbauabteilung schließen. In Berlin sind rund 200 Mitarbeiter betroffen. Die beiden weiteren Fabriken Wipperfürth und Eichstätt sollen bleiben, dort sollen aber 300 Jobs wegfallen, überwiegend in Eichstätt. Am Unternehmenssitz in Garching bei München sollen weitere 100 Mitarbeiter gehen.

Bei der Betriebsversammlung in Augsburg sei es am Montag totenstill gewesen, sagte Willi Sattler, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats. "Ich bin mir vorgekommen, wie auf einer Beerdigung." Die Mitarbeiter seien teilweise seit 20 bis 30 Jahren bei dem Unternehmen. Sie seien "traumatisiert" und könnten das Aus nicht verstehen. Die Augsburger Fabrik wurde 1906 als Glühlampenproduktion gegründet, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Standort von Osram übernommen.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite