Ex-Manager Middelhoff muss sich auf Gefängnis einstellen

Düsseldorf - Der ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff muss sich auf einen baldigen Antritt seiner Haftstrafe einstellen. Der Bundesgerichtshof (BGH) erklärte eine Verurteilung Middelhoffs durch das Landgericht Essen zu einer Haftstrafe von drei Jahren für rechtskräftig. Die gegen das Urteil gerichtete Revision Middelhoffs sei verworfen worden, teilte das Gericht am Montag mit.

Die Staatsanwaltschaft Bochum ist nun für die Vollstreckung des Urteils zuständig. "Wir warten jetzt auf die Akten des BGH", sagte eine Sprecherin. Wenn diese eingetroffen seien, gehe der Fall Middelhoff an den Rechtspfleger, der über den Haftantritt entscheide. "Das geht seinen normalen gesetzlichen Verlauf - wie bei jedem anderen auch", unterstrich die Sprecherin.

Middelhoff war am 14. November 2014 wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung in drei Fällen vom Landgericht Essen zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er war damals wegen Fluchtgefahr sofort in Untersuchungshaft genommen worden, kam aber im April 2015 nach der Zahlung einer Kaution von 895.000 Euro wieder frei.

Das Essener Gericht hatte es in seinem Urteil als erwiesen angesehen, dass Middelhoff in seiner Zeit als Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor unter anderem Privatflüge mit Charterjets und Hubschraubern über das Unternehmen abgerechnet und seinem ehemaligen Arbeitgeber insgesamt einen Schaden von rund einer halben Million Euro zugefügt hat. Middelhoff hatte die Vorwürfe stets bestritten. Die rund fünfmonatige Untersuchungshaft wird ihm der Staatsanwaltschaft Bochum zufolge nun auf die Haftstrafe angerechnet.

Middelhoff war in der Vergangenheit einer der mächtigsten Manager Deutschlands, unter anderem stand er an der Spitze des Medienriesen Bertelsmann. Später amtierte er als Arcandor-Chef. Der Karstadt-Mutterkonzern schlitterte im Jahr 2009 in die Pleite, eine Reihe von Prozessen und juristischen Auseinandersetzungen waren die Folge. Der ehemalige Spitzenmanager hatte sein Kaution nicht selbst stellen können, der ehemals viele Millionen Euro schwere frühere Arcandor-Chef mit Motoryacht und Wohnsitz an der Cote d'Azur hatte Privatinsolvenz anmelden müssen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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