EVN startet Smart-Einführung frühestens im Herbst 2018

Wien/Maria Enzersdorf (APA) - Der börsennotierte niederösterreichische Energieversorger EVN startet den Rollout der neuen intelligenten Stromzähler frühestens im Herbst 2018. Das EU-Ziel, wonach 80 Prozent der Haushalte bis 2020 mit einem Smart Meter ausgestattet sein müssen, werde sich nicht mehr ganz ausgehen. "Qualität und Datensicherheit haben oberste Priorität", so EVN-Vorstand Franz Mittermayer.

Hardware und Software müssten den Anforderungen entsprechen. Die Hardware, also die Zähler, funktionierten. Das Problem sei die Datenverarbeitung dahinter, so Mittermayer am Mittwoch in der Halbjahrespressekonferenz. Die EVN habe im Moment noch nicht die Sicherheit, dass man sagen könne, "wir legen los". Hardware und Software getrennt ausliefern will die EVN nicht. Sicherheit gehe vor, betonte Mittermayer.

Bezüglich Preisänderungen für die Endkunden sagte EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz: "Wir beobachten die Entwicklung der Primärenergiepreise." Aktuell steigen die Preise für Primärenergie wie Öl, Gas und Kohle und auch für CO2-Zertifikate.

Investieren will die EVN jährlich bis zu 400 Mio. Euro, davon rund 300 Mio. Euro für Netze, erneuerbare Erzeugung und Trinkwasser in Niederösterreich. Im ersten Halbjahr flossen rund 52 Mio. Euro in das Segment Netze. Wichtig sind die Netzinvestitionen auch für die Integration der dezentralen erneuerbaren Stromerzeugung.

Die EVN-Windkraftkapazität in Niederösterreich hat im dritten Quartal 2017/18 durch die Inbetriebnahme des Windparks Sommerrein 314 Megawatt (MW) erreichen. Bis Ende 2019/20 sind 370 MW geplant. Mittelfristig sollen es 500 MW werden. In die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich wurden im ersten Halbjahr 7 Mio. Euro investiert. Im Bereich Müll seien nach dem Auslaufen der Importe aus Italien die Mengen von der österreichischen Nachfrage kompensiert worden, so Szyszkowitz. Bezüglich Plastikmüll hat die EVN bisher keine wesentlich Änderung in der Müllzusammensetzung. Die Umsetzung der Klimastrategie werde weite Kreise der Bevölkerung umfassen müssen.

Im internationalen Umweltgeschäft sind zwei große Projekte in der Pipeline. In Bahrein hat die EVN in einem Konsortiums den Zuschlag für eine Kläranlage mit einem gesamten Auftragsvolumen von 170 Mio. Euro erhalten. In Kuwait ist die EVN in einem Konsortium mit einem lokalen Partner Bestbieter für ein Abwasserprojekt in Kuwait im Gesamtvolumen von rund 1,6 Mrd. Euro. Eine endgültige Entscheidung erwartet Szyszkowitz nicht mehr in dem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr, sondern eher gegen Ende des Kalenderjahres. Per Ende des ersten Halbjahres hatte die EVN sechs Generalunternehmeraufträge zur Errichtung von Kläranlagen in Kroatien, Mazedonien, Polen und Tschechien.

Zur Stabilisierung der Stromnetze hat die EVN für den süddeutschen Raum im Winter 2017/18 thermische Kapazitäten von 1.090 MW über den deutschen Netzbetreiber Tennet bereitgestellt. Für den Sommer sind nun 430 MW für Österreich kontrahiert. Im ersten Halbjahr seien die Kraftwerke an 100 Tagen abgerufen worden. Szyszkowitz rechnet für die EVN mit weiterhin hohen Werten, aber nicht mehr mit Höchstwerten.

Mit der Auftrennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone ab 1. Oktober erfolgt das Engpassmanagement über den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber APG. Im Engpassmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze ist man in Österreich um längerfristige Verträge von bis zu 5 Jahren bemüht. Die verfügbare installierte thermische Leistung in Österreich dürfte Branchenschätzungen zufolge bei rund 4.500 MW liegen, ein Drittel davon ist mehr als 30 Jahre alt.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte