Europas Leitbörsen schließen nach US-Strafzöllen tiefrot

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich tiefer aus dem Handel gegangen. Sorgen vor einem sich wieder verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und Europa drückten international merklich auf das Aktienkursniveau. Unternehmen aus der Europäischen Union (EU) müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 1,00 Prozent auf 3.406,65 Zähler.

Nach der Verhängung von US-Strafzöllen will die EU schnell reagieren. "Das ist ein schlechter Tag für den Welthandel", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag. Die EU werde "in den nächsten Stunden" Gegenmaßnahmen ankündigen.

Italiens Leitindex FTSE MIB schaffte es zum Handelsende hingegen fast noch in die Gewinnzone: Er schloss mit minus 0,06 Prozent auf 21.784,18 Punkten. Nach Informationen aus Kreisen haben die Parteien der Fünf Sterne und der Lega nun doch noch ein Regierungsteam beschlossen.

Schwach zeigte sich indes der spanische Leitindex Ibex 35 mit einem Verlust von 1,05 Prozent. In Madrid steht die Abwahl des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy im Rahmen eines Misstrauensvotums kurz bevor.

Aus Branchensicht war in Europa der Bankensektor am Ende des Handelstages der größte Verlierer zusammen mit dem Versorgersektor. Schlusslicht im EuroStoxx waren die Anteile der Deutschen Bank mit minus 7,15 Prozent. Vor allem am Nachmittag war es rasant bergab gegangen, als Medienberichte die Runde machten, wonach die US-Tochter des angeschlagenen deutschen Geldinstituts für den US-Sicherungsfonds FDIC nun zu den "Problembanken" zählt.

Spitzenreiter im Euro-Stoxx-50 waren die Aktien von CRH mit einem Plus von 3,7 Prozent. Die für 2021 ausgegebenen Ziele des Baustoffkonzerns seien ambitionierter als erwartet, schrieb Analystin Elodie Rall von der US-Bank JPMorgan. Neu gesetzte Margenziele bis 2021 ließen 10 Prozent Luft nach oben für ihre operativen Gewinnschätzung, schrieben die Analysten von Goldman Sachs.

ArcelorMittal dämmten ihre Gewinne nach der Meldung zu den US-Strafzöllen merklich ein. Sie schlossen aber immerhin noch 0,33 Prozent höher.

~ Index Aktuell Änderung Punkte Änderung Prozent Wien ATX 3.362,46 geschlossen geschlossen Frankfurt DAX 12.604,89 -178,87 -1,40 London FT-SE-100 7.678,20 -11,37 -0,15 Paris CAC-40 5.398,40 -28,95 -0,53 Zürich SPI 10.164,78 -124,26 -1,21 Mailand FTSEMIB 21.784,18 -13,64 -0,06 Madrid IBEX-35 9.465,50 -100,70 -1,05 Amsterdam AEX 552,85 -4,75 -0,85 Brüssel BEL-20 3.764,22 -20,43 -0,54 Stockholm SX Gesamt 1.549,94 -12,60 -0,81 Europa Euro-Stoxx-50 3.406,65 -34,54 -1,00 Euro-Stoxx 380,78 -2,58 -0,67 ~

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro