Europas Leitbörsen schließen mit starken Verlusten

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am heutigen Donnerstag den Handelstag mit deutlichen Verlusten beendet. Zuvor waren die Leitindizes in Asien um bis zu 5 Prozent eingebrochen. Auch der Börsenstart in den USA brachte unterdessen nur vorübergehend Erleichterung. Grund für die weltweite Kurskorrektur sind Marktbeobachtern zufolge die steigenden Zinsen in den USA.

Bei den Konjunkturdaten standen am Donnerstag am Nachmittag in den USA die Kern-Verbraucherpreise für September auf der Agenda. Die Inflationsrate in den USA ist im September niedriger ausgefallen als erwartet. Die Verbraucherpreise sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen und damit etwas geringer als erwartet.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel im Laufe des Tages 57,71 Einheiten oder 1,77 Prozent auf 3.209,19 Punkte. Der DAX in Frankfurt beendete den Handelstag mit 11.539,35 Punkten und minus 173,15 Einheiten oder 1,48 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor um 138,81 Zähler oder 1,94 Prozent und steht nun bei 7.006,93 Stellen.

Im Euro-Stoxx-50 konnten sich Aktien von Bayer gegen den Trend mit einem Plus von 3,08 Prozent in der Gewinnzone behaupten. Grund dafür ist eine überraschende Wende im Glyphosatprozess in den USA. Im ersten US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der Bayer-Tochter Monsanto bahnt sich eine Kehrtwende an: Die zuständige Richterin gab am Mittwoch in San Francisco vorläufig einem Antrag statt, den Fall in wesentlichen Teilen neu aufzurollen.

In London sackten Aktien des Finanzverwalters Hargreaves Lansdown um mehr als 5 Prozent ab und lagen damit unter den stärksten Verlierern des Tages. In einem aktuellen Trading Update hatte das Unternehmen von einer unsicheren Marktumgebung gesprochen.

An der Spitze der Londoner Kurstafel konnten sich die Aktien der Goldförderer Randgold und Fresnillo behaupten: Sie legten um mehr als 8 Prozent zu. Die Verluste an den Aktienbörsen hatten zuletzt dem Goldpreis klaren Aufwind beschert.

Einem aktuellen Tradingupdate zufolge konnte der Papierkonzern Mondi im vergangenen Quartal von höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen sowie guten operativen Ergebnissen profitieren. Die Aktie zeigte dennoch nahezu unbewegt zum Vortageskurs.

Im weit gefassten Euro-Stoxx-Index sprangen Aktien von Dialog Semiconductor um mehr als 26 Prozent nach oben. Der britische Chipentwickler tritt einen Teil seines Geschäfts und Know-hows an Apple ab und bekommt im Gegenzug künftige Aufträge vom iPhone-Konzern zugesichert. Apple übernimmt bei dem Deal mehr als 300 Dialog-Ingenieure und weitere Mitarbeiter sowie die Standorte in Nabern und Neutaubing in Deutschland, in Livorno (Italien) und Swindon (Großbritannien).

Stärkster Verlierer im Euro-Stoxx-Index waren Papiere der französischen Fluglinie Air France-KLM, die um mehr als 5 Prozent nachgaben.

~ Index Aktuell Änderung Änderung Zuletzt Punkte Prozent Wien ATX 3.204,11 -48,72 -1,50 3.252,83 Frankfurt DAX 11.539,35 -173,15 -1,48 11.712,50 London FT-SE-100 7.006,93 -138,81 -1,94 7.145,74 Paris CAC-40 5.106,37 -99,85 -1,92 5.206,22 Zürich SPI 10.201,83 -277,02 -2,64 10.478,85 Mailand FTSEMIB 19.356,61 -362,43 -1,84 19.719,04 Madrid IBEX-35 9.007,90 -155,00 -1,69 9.162,90 Amsterdam AEX 517,89 -10,14 -1,92 528,03 Brüssel BEL-20 3.502,78 -72,56 -2,03 3.575,34 Stockholm SX Gesamt 1.550,41 -44,72 -2,80 1.595,13 Europa Euro-Stoxx-5 3.209,19 -57,71 -1,77 3.266,90 0 Euro-Stoxx 354,36 -6,27 -1,74 360,63 ~

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte