Europas Leitbörsen zu Mittag weiter ohne gemeinsame Richtung

Frankfurt am Main - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag bis Mittag weiter keine gemeinsame Richtung gefunden. Der Euro-Stoxx-50 gewann bis kurz vor Mittag 7,05 Einheiten oder 0,18 Prozent auf 3.823,81 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 11.50 Uhr de facto unverändert mit 12.374,87 Punkten und einem Minus von 0,14 Einheiten. Der FT-SE-100 der Börse London verlor wiederum 26,46 Zähler oder 0,37 Prozent und steht nun bei 7.063,31 Stellen.

Nachdem die Aktienmärkte Europas zuletzt ihre Höhenflüge fortgesetzt hatten, drückten zu Wochenbeginn neben Gewinnmitnahmen auch erschreckend schwache Handelsdaten aus China auf die Stimmung. Dort sind die Exporte im März um 15 Prozent eingeknickt, die Importe rasselten auf ihr niedrigstes Niveau seit 2009 und der monatliche Handelsüberschuss ist auf seinem Tiefststand der vergangenen 13 Monate.

Ein Analyst konstatierte: "Es sind sehr schwache Zahlen, klar unter den Erwartungen. Das ist ein Warnsignal, sowohl für die globale Nachfrage, als auch Chinas Wettbewerbsfähigkeit."

Keinen wesentlichen Impuls hatten Zahlen zur italienischen Industrie zur Folge: Diese erholt sich nach einem Rückschlag zum Jahresauftrag recht deutlich, jedoch im Rahmen der Erwartungen. Sie stieg im Februar um 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Produktion im Februar arbeitstäglich bereinigt um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten hier mit einem Minus von 1,3 Prozent gerechnet.

Größter Verlierer im Auswahlindex Euro-Stoxx-50 waren die Aktien von Volkswagen mit einem Minus von 0,77 Prozent. Beobachter verweisen auf den fortgesetzten Machtkampf zwischen dem Vorstandschef Martin Winterkorn und VW-Patriarch Ferdinand Piech. Nun hat der unter Druck stehende Konzernchef Martin Winterkorn Unterstützung aus Politik und Wirtschaft erhalten.

Obenauf präsentierten sich hingegen Nokia, die sich um 3,17 Prozent verteuerten. Bereits am Freitag waren die Aktien des Handykonzerns gut gesucht, nachdem Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Kartensparte bekannt wurden. Die Einnahmen könnten laut einem Analysten von Kepler-Cheuvreux für eine Übernahme des französischen Konkurrenten Alcatel-Lucent verwendet werden, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. Infolge stiegen auch Alcatel-Lucent um 3,21 Prozent.

An der Londoner Börse verloren Tesco 2,12 Prozent auf 245,68 Pence. Die Einzelhandelskette werde bei ihrer Ergebnisveröffentlichung am 22. April von 3 Mrd. Pfund bekannt geben, berichtete der Daily Telegraph unter Berufung auf Barclays-Analysten.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma