Europas Leitbörsen zur Eröffnung wenig verändert erwartet

Die Ölpreise bleiben an den Börsen in Europa im Fokus. Mehrheitlich negative Asien-Vorgaben.

Frankfurt am Main . Die Anleger an den europäischen Aktienbörsen dürften sich nach den zuletzt starken Verlusten zunächst etwas zurückhalten. Der X-DAX als Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Auftakt am Montag eine kaum veränderte Eröffnung. Für den Leitindex der Eurozone, den Euro-Stoxx-50, deutete sich ein Plus von 0,17 Prozent an.

Im Fokus bleiben die Ölpreise, die laut einem Analysten vom Handelshaus CMC Markets UK die Unsicherheit hoch halten dürften. Sie hatten in Asien noch einmal mit deutlicher Schwäche auf die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran reagiert, da das Land nun wieder uneingeschränkt Öl exportieren kann. Zuletzt lagen beide Öl-Sorten knapp 2 Prozent im Minus.

Die Vorgaben von den Märkten in Asien fielen überwiegend negativ aus. Von konjunktureller Seite werden zu Wochenbeginn keine nennenswerten Impulse erwartet - der Datenkalender ist nahezu leer.

Mit Argusaugen verfolgen die Anleger auch weiterhin die Kursentwicklung an der Wall Street. Am Freitag hatte sich der Verkaufsdruck an den New Yorker Börsen fortgesetzt. Der nochmals beschleunigte Rohölpreisverfall hatte zusammen mit schlechter als erwarteten Daten aus der US-Wirtschaft den Dow-Jones-Industrial-Index erstmals seit Ende August unter 16.000 Punkten schließen lassen. Der Leitindex konnte sich dann aber schwerfällig vom Tief erholen. Wegen eines Feiertags bleiben in den USA die Börsen am Montag allerdings geschlossen.


Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Airbus zu den Favoriten zählen. Ein Börsianer wertete positiv, dass der Iran nach Angaben von Transportminister Abbas Achundi 114 Flugzeuge bestellt hat. Im vorbörslichen Handel beim Broker Lang & Schwarz (L&S) stiegen die Papiere um rund 2 Prozent.

In den Fokus rücken ansonsten die Papiere der Deutschen Bank. Das Finanzinstitut soll mit einer speziellen Software Kundenaufträge für Devisengeschäfte verzögert haben. Die gewonnene Zeit habe das Institut dann für Manipulationen zu Ungunsten der Kunden genutzt, lautet der Vorwurf einer bereits im Dezember eingereichten Sammelklage in den USA, über die das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Freitag) berichtete. Die Anleger zeigten sich aber kaum beeindruckt: Für die am Freitag stark unter Druck geratenen Papiere ging es bei L&S um knapp 1 Prozent nach oben.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne