Europas Leitbörsen zur Eröffnung etwas fester

Frankfurt am Main - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Donnerstagvormittag mit leicht verbesserter Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.40 Uhr mit plus 0,12 Prozent oder 4,27 Punkte bei 3.579,80 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg 0,43 Prozent oder 48,50 Zähler auf 11.260,35 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,25 Prozent oder 16,44 auf 6.647,44 Punkte.

Triebkraft der Kursgewinne waren dabei, wie erwartet, vor allem die positiven Unternehmensbilanzen. Nachdem die chinesischen Aktienmärkte ihre Gewinne vom Vortag wieder weitgehend abgeben mussten und sich auch die US-Notenbank Fed bezüglich des Zeitpunkts einer Leitzinserhöhung weiter bedeckt hielt, standen die Quartalszahlen im Fokus.

Besonders gesucht zeigten sich dabei im Frühhandel die Werte der Banken, die vor Eröffnung ihre Bilanzen veröffentlicht hatten: Die Deutsche Bank erhöhten ihren Vorsteuergewinn um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; an den Börsen gewannen die Aktien in Folge 3,17 Prozent. Auch Papiere der Royal Bank of Scotland, die von April bis Juni überraschend einen Gewinn bilanzierte, waren gesucht: Mit einem Plus von 2,84 Prozent waren die RBS-Papiere in der Spitzengruppe des Londoner "Footsie".

Größter Gewinner des Euro-Stoxx-50 im Frühhandel waren aber mit großem Abstand die Papiere von Nokia: Beim Umsatz legte der ehemalige Handy-Weltmarktführer im zweiten Quartal im Jahresvergleich zwar nur dank des günstigen Euro um 9 Prozent auf 3,21 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die mittlerweile auf Netzwerkausrichtung fokussierten Finnen konnten aber vor allem ihre Profitabilität steigern, zudem ist die Übernahme von Alcatel-Lucent, die ihrerseits positive Zahlen veröffentlichten, auf gutem Weg. Mit einem Kursgewinn von 7,87 Prozent führten die Nokia-Aktien den europäischen Leitindex deutlich an.

Am anderen Ende lagen im Frühhandel vor allem die Papiere der Unternehmen, deren Quartalsbilanzen die Erwartungen der Anleger und Analysten nicht erfüllen konnten. Anheuser-Busch InBev konnte zwar seinen Absatz von hochpreisigeren Bieren weiter steigern - Probleme bereitete aber der starke Dollar, der den Umsatz nach unten drückte. Der Erlös sei im zweiten Quartal um 9,4 Prozent auf 11,05 Milliarden Dollar gesunken, teilte der Beck's-Brauer mit. An der Börse gaben die Aktien um 3,97 Prozent nach.

Betroffen zeigten sich auch die Ölkonzerne, deren Ausblick sich angesichts der anhaltend niedrigen Ölpreise weiter verdüstert. Die spanische Repsol hatte im Upstream-Geschäft einen Quartalsverlust von 48 Millionen Euro zu bilanzieren, auch der Gewinnsprung im Downstream-Geschäft, also Raffinerien und Sprit-Vertrieb, konnte den Abwärtstrend an der Börse nicht aufhalten: Im Frühhandel gaben die Repsol-Papiere um 1,44 Prozent nach. Profitieren konnte dagegen die Royal Dutch Shell, die mit der Ankündigung von Stellenabbau und Investitionsstopps in den Augen der Anleger offenbar die richtigen Lehren aus der Situation zog: Der Aktienkurs zog im Frühhandel um 2,41 Prozent an.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht