Europas Leitbörsen zur Eröffnung fester

Frankfurt am Main - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Dienstag im frühen Handel einheitlich mit Gewinnen gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 09.45 Uhr mit plus 0,73 Prozent oder 26,20 Punkte bei 3.622,27 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg 1,03 Prozent oder 117,51 Zähler auf 11.578,01 Punkte. In London zeigte sich der FTSE-100 mit plus 0,31 Prozent oder 21,02 auf 6.846,69 Punkte.

Bereits gestern hatte die Euphorie bezüglich einer vermeintlichen Annäherung im Schuldenstreit mit Griechenland die Börsen auf Höchststände getrieben. Die Euro-Staaten wollen die Situation in einem neuen Anlauf bis Mittwochabend lösen. Bis dahin sollen Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die neuen Reformvorschläge der griechischen Regierung geprüft haben. Die Finanzminister der Eurozone könnten anschließend grünes Licht für das Paket geben.

Unterdessen hat die EZB das angeschlagene griechische Bankensystem Kreisen zufolge mit zusätzlichen Notkrediten gestützt. Die ELA-Nothilfen für die Geldhäuser seien abermals ausgeweitet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Ein genauer Betrag wurde nicht genannt. Erst am Montag hatte die Notenbank eine Erhöhung um 1,9 Mrd. auf 87,8 Mrd. Euro bewilligt.

Auch einige Konjunkturdaten stehen heute auf dem Programm. Das Geschäftsklima in Frankreich hat sich im Juni leicht eingetrübt. Der entsprechende Indikator fiel um einen Punkt auf 97 Zähler, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Volkswirte hatten zwar einen Anstieg auf 98 Zähler erwartet. In den USA werden am Nachmittag die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter für Mai veröffentlicht.

Unter den wenigen Verlieren im Euro-Stoxx-50 standen im Frühhandel die Papiere von Orange mit einem moderaten Minus von 0,13 Prozent. Der Telekomkonzern könnte wegen der Übernahme des Telekom-Konzerns Bouygues durch den Konkurrenten Altice als Marktführer abgelöst werden. Die französische Regierung hat jedoch ihre Ablehnung der Übernahme bekräftigt. Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte am Montagabend, er wolle kein Unternehmen, dass zu groß sei, um zu scheitern und nur durch kostspielige staatliche Programme gerettet werden könne. Der Bouygues-Vorstand will am Dienstag über die Transaktion beraten. Altice-Aktien standen bei plus 1,00 Prozent, Bouygues bei plus 0,38 Prozent.

Vivendi hingegen konnten ihre Kursgewinne vom Vortag ausbauen und notierten bei 1,70 Prozent im Plus. Der französische Medienkonzern will einem Pressebericht zufolge knapp 15 Prozent der italienischen Telefongesellschaft Telecom Italia übernehmen. Vivendi wolle 1,4 Mrd. Euro investieren, um größter Anteilseigner an dem italienischen Konzern zu werden, berichtete die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos". Telekom Italia legten an der Mailänder Börse 0,59 Prozent zu.

In Zürich notierten Syngenta mit plus 0,87 Prozent. Der Schweizer Agrochemiekonzern hat das Übernahmeoffert des US-Saatgutherstellers Monsanto erneut zurückgewiesen. Der Vorschlag bewertet Syngenta zu niedrig und bringe das Risiko eines Scheitern mit sich, hieß es. Mitte April hatte Monsanto den dritten Anlauf innerhalb von vier Jahren zur Übernahme des Basler Unternehmens gemacht und einen Preis von 45 Mrd. Dollar geboten.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab