Europas Leitbörsen nach Draghi-Aussagen beflügelt

Frankfurt am Main - Gute Vorgaben aus den USA sowie die jüngsten Aussagen des EZB-Chefs Mario Draghi haben die europäischen Leitbörsen am Freitag zu Mittag beflügelt. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 kletterte um 60,13 Einheiten oder 1,94 Prozent nach oben auf 3.162,34 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.00 Uhr mit 9.665,45 Punkten und einem deutlichen Plus von 181,48 Einheiten oder 1,91 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London zog um 65,51 Zähler oder 0,98 Prozent an und steht nun bei 6.744,41 Stellen.

"Wir werden tun, was wir müssen, um Inflation und Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Mandat der Preisstabilität von uns verlangt", sagte Draghi auf einem Bankenkongress in Frankfurt. Marktteilnehmer interpretierten Draghis Aussagen als Hinweise in Richtung einer weiteren Lockerung der Geldpolitik bis hin zu einem breit angelegten Anleihenkaufprogramm. Derzeit versucht die EZB, die Konjunktur mit dem Kauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen zu stützen.

Für Aufmerksamkeit sorgte daneben die überraschende Leitzinserhöhung der chinesischen Nationalbank. Um die schwächelnde Konjunktur des Landes zu beleben wurde der Ausleihungssatz um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent gesenkt, wie die People's Bank of China in Peking mitteilte.

Bereits im Frühhandel stützen zusätzlich gute Vorgaben aus den USA. Die Wall Street hatte am Donnerstag von unerwartet gut ausgefallenen Konjunkturdaten Auftrieb erhalten.

Im europäischen Branchenvergleich zeigten sich zum Wochenschluss vor allem Versorger und Ölwerte gesucht. An die Spitze der Kurstafel setzten sich Total mit plus 3,62 Prozent. Auch Repsol legten 2,87 Prozent zu. In London waren Tullow Oil mit plus 5,28 Prozent größter Kursgewinner. Die Aktien profitierten von einem Anstieg der Rohölpreise. Brent und WTI steuern zum ersten Mal seit September wieder auf ein Wochenplus zu, kommentierten Marktteilnehmer.

Unter den Versorgerwerten zogen E.On um 3,11 Prozent an und RWE gewannen 2,97 Prozent, nachdem die Analysten der Schweizer Großbank UBS ihre Empfehlung für beide Titel auf "Neutral" angehoben hatten. Zudem wurden die Kursziele für die Aktien beider Unternehmen angehoben. Die Kapazitätsmärkte, bei denen Versorger schon für die Bereitstellung von Stromreserven bezahlt werden, sorgten für Potenzial, so die UBS-Analysten.

Gesucht waren zudem Orange mit plus 3,14 Prozent. Der französische Telekomkonzern ist auf der Suche nach strategischen Partnerschaften in Großbritannien, um sein Mobilfunkgeschäft auszuweiten, hieß es aus dem Handel.

Als einziger Verlierer im Euro-Stoxx-50 fielen Sanofi um 0,45 Prozent. Bereits am gestrigen Donnerstag hatte der französische Pharmakonzern mehr als zwei Prozent abgegeben.

Wien/Pfäffikon (APA) - Bei der insolventen Modekette Charles Vögele sind laut "Presse" (online) noch zwei Interessenten im Rennen - diese sind höchst unterschiedlich und bisher noch nicht in Österreich tätig. Demnach bietet zum einen der deutsche Finanzberater GA Europe, der sich auf Restrukturierungen spezialisiert hat. Auch der niederländische Modekonzern Victory and Dreams wolle zuschlagen.
 

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Vögele - Noch zwei Bieter im Rennen, Zuschlag am Donnerstag möglich

Wien (APA) - Die Umstellung auf einen praxisnäheren Messzyklus bei Pkw-Abgastests sorgt im Herbst für längere Lieferzeiten bei Neuwagen, warnt die Autoindustrie. "Alle Modelle müssen neu geprüft werden, inklusive allen einzelnen Modellvarianten, die sich aufgrund diverser Ausstattungs-, Motorisierungsmöglichkeiten etc. unterscheiden", so Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure.
 

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Pkw-Hersteller: Neuer Abgastest sorgt für längere Lieferzeiten

Berlin (APA/Reuters) - Immer mehr Flüchtlinge und Migranten werden in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. Im Mai 2018 gingen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) vom Dienstag 306.574 Personen aus den acht Haupt-Asylzugangsländern einer Beschäftigung nach. Im Mai 2017 waren es noch 203.736 Personen gewesen. Stark gestiegen ist auch die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten:
 

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Immer mehr Flüchtlinge in Deutschland in Arbeitsmarkt integriert