Europäisches Forum Alpbach 2018 zu "Diversität und Resilienz"

Alpbach (APA) - Das Generalthema "Diversität und Resilienz" steht heuer im Fokus des Europäischen Forums Alpbach, in dessen Gestaltung am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien erste Einblicke gegeben wurden. Forums-Präsident Franz Fischler und Geschäftsführer Philippe Narval nannten vor allem drei inhaltliche Schwerpunkte: Populismus und Demokratie, Bildung und Medien sowie Nachhaltigkeit und Innovationen.

"Diversität" und "Resilienz" seien sperrige Begriffe, sagte Fischler. Es gehe jedoch darum, dass es für die Zukunft der Gesellschaften und global entscheidend sei, "widerstandsfähige gesellschaftliche Systeme" zu haben und gegen "Fragilität" vorzugehen, die destabilisierend wirke. "Diversität ist eine der zentralen Möglichkeiten, wie man diese Resilienz stärken kann, das ist eigentlich unser Anliegen", unterstrich der ehemalige EU-Kommissar.

Konkret gehe es darum, "dass wir imstande sind, Wandel und Umbrüche besser steuern zu können - das bezieht sich auf die Wirtschaft, das bezieht sich auf die Politik, das bezieht sich auf die Gesellschaft als Ganzes, aber auch auf die Wissenschaft, dass wir uns klarer werden, wie wir uns auf die Zukunft vorbereiten sollen".

Erwartet werden mehr als 800 Sprecher aus rund 100 Ländern und etwa 5.000 Teilnehmer, wobei Fischler auch betonte, dass man nicht weiter wachsen wolle: "Wir haben nicht vor, das Forum ständig zu vergrößern, was die Zahlen betrifft." Insgesamt seien etwa 200 Veranstaltungen geplant. Eröffnungsredner des Forums, das heuer von 15. bis 31. August stattfindet, ist zum Auftakt der Seminarwoche US-Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz.

Umfangreicher denn je soll in diesem Jahr das Kunst- und Kulturprogramm ausfallen. Neu ist, dass es vor dem Beginn der Technologiegespräche einen Tag der "Begegnungen" geben wird. Dabei werde der Regisseur und designierte Burgtheaterdirektor Martin Kusej als "Gastgeber" fungieren und unter anderen mit dem Schriftsteller Ayad Akhtar, dem Perkussionisten Martin Grubinger, der Schauspielerin Amira Casar und der Köchin Ana Ros über den Stellenwert von Kunst in der modernen europäischen Gesellschaft diskutieren. Es werde bewusst versucht, "einen Tag der Nachdenklichkeit" und eine "reflektive Atmosphäre" zu erzeugen, sagte Fischler dazu. "Wir sind schon sehr gespannt, wie das angenommen werden wird."

Erwartet werden zum Forum auch viele Gäste aus dem Bereich Politik. Es gebe bereits "jede Menge Zusagen von österreichischen Politikern", sagte Fischler - etwa von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ). Auch heuer seien die österreichischen Politiker wieder eingeladen worden, Kollegen aus anderen Ländern nach Alpbach mitzubringen, was diese auch zugesagt hätten. Bestätigte Namen könne er jedoch noch nicht nennen.

Das Forum fällt in die Zeit der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr, und diese wird laut Fischler auch in Alpbach eine Rolle spielen. Geplant sind laut Programm etwa eine Veranstaltung zum Thema "Neue Perspektiven zur EU-Erweiterung" mit Bundespräsident Van der Bellen und EU-Kommissar Johannes Hahn, wo es um den Westbalkan gehen soll. Voraussichtlich sollen daran auch die Präsidenten Serbiens, Sloweniens und Kroatiens - Aleksandar Vucic, Borut Pahor und Kolinda Grabar-Kitarovic - teilnehmen. Zur Zukunft der EU und den Prioritäten des österreichischen Ratsvorsitzes soll es ein Panel mit Bundeskanzler Kurz geben. Doch auch die "Europäische Sicherheit und die Mittelmeerregion" und die Beziehungen zwischen der EU und Russland sollen thematisiert werden.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Staatsgründung wird es bei den Politischen Gesprächen außerdem um Israel gehen, wie Narval bei der Präsentation sagte. Zum Thema "Globale Transformationen für eine nachhaltige Zukunft" ist eine Runde mit dem ehemaligen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und Altbundespräsident Heinz Fischer geplant.

Den Auftakt des mehr als zweiwöchigen Kongresses, der bereits seit 1945 stattfindet, macht wieder die wissenschaftliche Seminarwoche, gefolgt von ein- bis viertägigen Symposien zu den Themen Gesundheit, Technologie, Politik, Recht, Wirtschaft und Finanzmarkt. Die Tiroltage finden in diesem Jahr von 17. bis 19. August statt. Die Diskussionen aus dem Congress Centrum Alpbach werden via Live-Stream übertragen. 15 junge Journalisten aus verschiedenen Ländern Europas werden zudem heuer in Alpbach erstmals ein Magazin für 16- bis 18-Jährige produzieren - ein "spannendes Experiment", wie Narval sagte.

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