Europäischer Erfinderpreis für ESP-Erfinder und Physiker

Europäischer Erfinderpreis für ESP-Erfinder und Physiker

Anton van Zanten hat Tausenden Autoinsassen das Leben gerettet - dafür ist der Erfinder des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) am Donnerstag mit dem Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Deutsche hatte beim Autozulieferer Robert Bosch nahe Stuttgart in einem Forschungsteam zum Antiblockiersystem (ABS) gearbeitet und dann das ESP entwickelt.

"Sein Einfallsreichtum und seine Beharrlichkeit bei der Entwicklung von computergestützten Automobil-Sicherheitssystemen, die jetzt in Serienproduktion sind, haben unzählige Unfälle verhindert und Tausende Menschenleben gerettet", sagte der Präsident des Europäischen Patentamts, Benoit Battistelli, in Lissabon über den 75-Jährigen. Das ESP erkennt, wenn das Auto ins Schleudern zu geraten droht, und entschärft die Situation durch Abbremsen einzelner Räder im Bruchteil von Sekunden - schneller, als ein Fahrer reagieren könnte.

Erstmals wurde das ESP 1995 in der S-Klasse von Mercedes-Benz eingebaut. Heute ist es in der EU, den USA und Japan in Neuwagen Pflicht. Seit ihrer Einführung hat die elektronische Stabilitätskontrolle laut einer Bosch-Studie etwa 260.000 Unfälle verhindert und allein in Europa rund 8.500 Leben gerettet.

Einen weiteren Erfinderpreis bekamen die deutschen Physiker Bernhard Gleich und Jürgen Weizenecker. Sie wurden für ein neues Verfahren zur frühen Diagnose von Herz- und Tumorerkrankungen geehrt. Die Forscher hätten "ein neues Kapitel in der medizinischen Bildgebung aufgeschlagen", sagte Battistelli. Ihre Erfindung liefere diagnostische Bilder aus dem Körperinneren in noch nie dagewesener Geschwindigkeit und Präzision.

Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) sei manchmal langsam und nicht für alles geeignet, erklärte Gleich, der bei Philips in Hamburg arbeitet. Mit der Magnet-Partikel-Bildgebung (MPI) können Ärzte schleichend voranschreitende Gefäß- und Tumorerkrankungen sofort erkennen und früher therapieren. Dem Patienten werden magnetische Eisenoxid-Teilchen injiziert, die dann ohne Strahlung dreidimensionale, millimetergenaue Echtzeitbilder von Arterien und Organen liefern, wie Weizenecker erklärte. Der erste präklinische MPI-Scanner ist am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) im Einsatz.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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