Europäischer Automarkt gewinnt an Fahrt

Europas Autohändler haben Grund zur Freunde: Die Zahl der neuen Autos in der Europäischen Union stieg im Juni um 14,6 Prozent auf 1,36 Millionen, wie der Herstellerverband ACEA am Donnerstag mitteilte. Es war der stärkste monatliche Zuwachs seit fünfeinhalb Jahren. Vor allem die südeuropäischen Märkte erholen sich zusehends von der Krise der vergangenen Jahre. In Spanien war das Plus mit 23,5 Prozent besonders stark. Die großen Automärkte Frankreich (plus 15 Prozent), Italien (plus 14,4) und Großbritannien (plus 12,9) verzeichneten ebenfalls zweistellige Zuwachsraten. Auf die deutschen Straßen rollten knapp 13 Prozent mehr neue Fahrzeuge. Die großen Hoffnungsmärkte in Übersee schwächeln indes.


"Niedrige Zinsen, Rabatte, eine sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Konsumbereitschaft treiben die Erholung an", urteilte Analyst Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Die deutschen Hersteller profitieren von dem Trend besonders. Gut jeder dritte Neuwagen auf Europas Straßen stammt aus einem deutschen Haus. Der gemeinsame Marktanteil der Konzerne Volkswagen, BMW und Daimler sei zuletzt nochmals leicht auf 36,6 Prozent gestiegen, rechnete Fuß vor. Im Jahr 2007 habe der Anteil noch 30,6 Prozent betragen.

Im ersten Halbjahr wurden über sieben Millionen neue Pkw in Europa zugelassen, ein Plus von 8,2 Prozent. Damit ist die Branche auf dem besten Weg, ihr erst kürzlich höher gestecktes Ziel zu erreichen: Der Verband erwartet, dass in Europa dieses Jahr mehr als 13 Millionen neue Fahrzeuge ausgeliefert werden. Das wäre ein Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zu 2014. Von den Bestwerten aus der Zeit vor der Finanzkrise ist man damit aber immer noch weit entfernt. 2007 wurden 16 Millionen Fahrzeuge neu angemeldet.

Große Sorgen bereitet der Branche die Entwicklung in den Hoffnungsmärkten außerhalb Europas, wo die Nachfrage reihenweise absackt. In den sogenannten BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China war der Absatz zuletzt rückläufig. Insbesondere der riesige Wachstumsmarkt China schwächelt und gefährdet die Absatzziele der Hersteller. So stellte bereits Audi angesichts der Entwicklung seine Ziele für das Reich der Mitte auf den Prüfstand.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

Newsticker

Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

Newsticker

Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

Newsticker

Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor