Europa war 2017 bei Touristen sehr gefragt - Plus von 8% auf 671 Mio.

Wien (APA) - Die Verbesserung der weltweiten Wirtschaftslage sowie die Erholung von Ländern, die zuletzt wegen Sicherheitsbedenken Einbrüche erlitten hatten, sorgten im vergangenen Jahr in Europa für deutlich steigende Urlauberzahlen. Europa wurde 2017 von 671 Millionen internationalen Touristen besucht, ein Zuwachs von 8 Prozent, geht aus dem Bericht der Europäischen Tourismuskommission hervor.

Die stärksten Steigerungsraten verzeichneten die Türkei (+28 Prozent) sowie Island (+24 Prozent). Das Wachstum in der Türkei sei in erster Linie auf den Ausreiseverkehr aus Russland (+465 Prozent) zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. Island ist seit 2012 das am schnellsten wachsende Reiseziel. Inzwischen überlege die Regierung sogar Maßnahmen, um den Touristenansturm auf der kleinen Insel einzudämmen.

Mit einem Anstieg der Touristenzahlen von 4,7 Prozent befindet sich Österreich deutlich unter dem Schnitt (8,4 Prozent) der untersuchten Länder. In mehr als der Hälfte der Länder stiegen die Besucherzahlen um über 10 Prozent.

Destinationen in Südeuropa bzw. im Mittelmeerraum, darunter Montenegro (+19 Prozent), Serbien (+18 Prozent), Malta (+16 Prozent) sowie Slowenien und Zypern (jeweils +15 Prozent), waren bei Touristen im Vorjahr beliebt. Finnland (+14 Prozent) war insbesondere bei Touristen aus China und Indien gefragt. Auch die Sommerurlaubsziele Kroatien (+14 Prozent), Portugal (+12 Prozent) und Spanien (+9 Prozent) haben deutlich mehr Touristen angezogen. In Spanien hätten die politischen Unruhen in Katalonien keinen merklichen Einfluss auf die Touristenzahlen gehabt, so die Autoren.

Trotz eines schwachen Pfund seien die Besucherzahlen aus Großbritannien gestiegen. Mehrere Destinationen hätten ein zweistelliges Wachstum gemeldet. Der Ausreiseverkehr aus Russland habe sich nach mehreren Jahren des Abschwungs erholt. "Mit einer Ausnahme meldeten alle Destinationen einen starken Anstieg der Touristenzahlen aus diesem Markt", heißt es.

Aufgrund eines stärkeren US-Dollar und attraktiver Flugpreise sei der Einreiseverkehr aus den USA im Vorjahr gegenüber 2016 um 12 Prozent gestiegen. In China hätten ein verbessertes Flugstreckennetz und eine Erstarkung des Mittelstands zu einer anhaltend steigenden touristischen Nachfrage beigetragen. Gefragt war Europa im vergangenen Jahr auch bei Touristen aus China: Die Zahl der chinesischen Urlauber, die nach Europa reisten, stieg um 16 Prozent, nach einer Stagnation im Jahr 2016.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

Newsticker

Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

Newsticker

Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

Newsticker

Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab