Euroland Slowenien kriegt die Kurve - Wirtschaft auf Erholungskurs

Ljubljana - Die Regierung und die Nationalbank sagen es. Die wichtigste Zeitung "Delo" sowie das Forschungsinstitut IMAD ebenfalls. Und sogar die EU-Kommission: Der einstige Musterknabe Slowenien, der Ende 2013 trotzdem nur knapp dem Euro-Rettungsschirm entkam, ist wieder auf klarem Erholungskurs.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im letzten Jahr um 2,6 Prozent und soll im laufenden und im kommenden Jahr weiterhin deutlich über zwei Prozent liegen. "Zuversicht auf dem Höchststand seit Ausbruch der Krise", ist auch das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage bei deutschen Unternehmen in dem Alpen-Adria-Land.

Die Schieflage des fast ausschließlich staatlichen Bankensektors hatte die gesamte slowenische Wirtschaft an den Abgrund gebracht. Drei Banken wurden abgewickelt, andere fusioniert, der Staat schoss 4,8 Mrd- Euro zu, eine "Bad Bank" wurde eingerichtet, beschreibt die stellvertretende Nationalbank-Gouverneurin Stanislava Zadravec Caprirolo die Rezepte gegen die Krise. Heute seien die faulen Kredite mit 4,2 Mrd. Euro rückläufig. Der Bankensektor werde im laufenden Jahr erstmals wieder profitabel sein.

Die durch die Bankensanierung sprunghaft auf 81 Prozent des BIP gestiegene Staatsverschuldung sei beherrschbar, ist sich der Ökonomieprofessor und Finanzminister Dusan Mramor sicher. "Heute sind die von uns verlangten Zinsen auf den internationalen Kapitalmärkten niedriger als in Spanien und Portugal", führt er als Beleg an.

"Wir stehen allerdings erst am Anfang des Genesungsprozesses", warnt Bostjan Vasle, Direktor des Instituts für makroökonomische Analysen (IMAD). Daher könnte die exportorientierte Wirtschaft Sloweniens durch eine Eintrübung der internationalen Wirtschaft nach einem eventuellen Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) arg gebeutelt werden.

Staatsbesitz wird privatisiert

Ein Schlüssel für die dauerhafte Bewältigung der einstigen Krise ist die Privatisierung des Staatsbesitzes, der immer noch rund 11 Mrd. Euro ausmacht. Daher stehen diese Bemühungen auch im Mittelpunkt seiner Politik, sagt Regierungschef Miro Cerar. Trotz des Widerstands gegen eine zu radikale Privatisierung bei den Koalitionspartnern habe seine Regierung eine "Strategie für das Staatseigentum" verabschiedet, die "noch vor dem Sommer" im Parlament beschlossen werden soll.

Von den Betrieben im Staatsbesitz sollen danach 47 vollständig in private Hände gehen, erklärt Cerar die Ziele. In 24 Unternehmen wolle der Staat eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie behalten, in weiteren 24 strategischen Firmen wenigstens 51 Prozent.

Diese Gewichtung orientiere sich an den Empfehlungen der OECD, wirbt der 51-Jährige - der als Verfassungsjurist und Quereinsteiger noch nicht einmal neun Monate an der Spitze der Regierung steht - für sein Konzept. Bisher sind vier Staatsunternehmen verkauft worden, zwei von ihnen nach Deutschland.

Deutschland ist wichtigster Handelspartner

Deutschland ist mit einem Handelsaustausch im Wert von knapp neun Milliarden Euro der wichtigste Wirtschaftspartner der früheren jugoslawischen Republik mit nur zwei Millionen Einwohnern. Auch bei den ausländischen Investitionen stehen hier deutsche Firmen - einschließlich ihrer Töchter in Österreich - an erster Stelle.

Das Parade-Unternehmen Hidria ist folgerichtig eng mit dem großen Partner verbunden. Für die Premium-Automarken Porsche, Mercedes, Audi und BMW, aber auch für Peugeot, Volvo und Jaguar werden Achsen, elektrische Motoren, Teile für Hybrid- und Elektroantriebe gefertigt.

Ein Drittel des Weltmarktes für die Diesel-Kaltstart-Technologie steht in den Auftragsbüchern. 2.500 Mitarbeiter setzen 250 Mio. Euro um, zehn Jahre zuvor waren es erst 10 Millionen. "Wir waren ein Niemand und sind jetzt einer der Marktführer", beschreibt Geschäftsführer Iztok Seljak die Entwicklung.

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Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft