Eurokurs steigt nach Sondierungserfolg auf 3-Jahreshoch

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2137 (Donnerstag: 1,2017) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8239 (0,8322) Euro.

Auslöser der Euro-Gewinne war die Einigung von Union und SPD in der Sondierung für eine neuerliche große Koalition. An den Finanzmärkten sorgte die Übereinkunft, die auf Seite der SPD noch mit vielen Fragezeichen wie einer Parteitagsabstimmung versehen ist, für Erleichterung. Eine Regierungsbildung in der größten Volkswirtschaft der Eurozone, die seit der Bundestagswahl vom Herbst von einer geschäftsführenden Regierung geleitet wird, wird damit etwas wahrscheinlicher.

Bankvolkswirte bewerteten die Einigung der Parteien jedoch gemischt. Carsten Brzeski, Chefökonom der Direktbank ING-Diba, sprach von einem "Durchbruch mit einem bitteren Beigeschmack". Einerseits öffne die Einigung die Tür für eine neue Regierung, was positiv zu werten sei. "Allerdings ist es eindeutig kein Durchbruch für die Wirtschaft." So deute vieles auf eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre hin. Wachstumsfördernde Reformen seien dagegen kaum ersichtlich.

Schon am Donnerstag war der Euro ebenfalls um einen Cent gestiegen. Auslöser waren Hinweise aus der EZB auf eine perspektivisch weniger lockere Geldpolitik gewesen. Fachleute rechnen damit, dass die Notenbank ihre zur Konjunktur- und Inflationsbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe in absehbarer Zeit einstellt, möglicherweise gegen Ende dieses Jahres. Steigende Leitzinsen werden mit diesem Schritt aber nicht verbunden. Vielmehr dürfte die Notenbank ihre Niedrigzinspolitik noch bis ins Jahr 2019 fortsetzen, meinen Experten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88983 (0,89075) britische Pfund, 134,88 (134,19) japanische Yen und 1,1787 (1,1736) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.326,80 (1.323,05) Dollar gefixt.

Washington (APA/dpa-AFX) - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend weiter gesunken und auf den tiefsten Stand seit fast 50 Jahren gefallen. Die Anträge gingen um 8.000 auf 207.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. So niedrig war die Zahl der Erstanträge zuletzt im Dezember 1969.
 

Newsticker

US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf tiefstem Stand seit 1969

Wien/Linz (APA) - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) hat im Korruptionsprozess rund um die Privatisierung der Bundeswohnungen und den Linzer Terminal Tower erneut sein Handeln verteidigt. Die Vergabe der Bundeswohnungen sei korrekt, transparent und ein Erfolg für die Republik gewesen. Aber bei der ersten Einvernahme sah Grasser noch eine "katastrophale Optik" durch das Provisionsgeschäft bei der Buwog.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - Grasser verteidigt Vergabe, "Optik katastrophal"

Frankfurt/Wolfsburg (APA/Reuters) - Die Kernmarke Volkswagen des VW-Konzerns soll nach dem Willen von Konzernchef Herbert Diess schon vier bis fünf Jahre früher als bisher geplant eine Rendite von sechs Prozent erreichen. Spätestens 2021 wolle Diess die Marke von sechs statt der bisher bis dahin angestrebten vier Prozent Gewinn vom Umsatz schaffen, berichtete das "Manager Magazin" am Donnerstag ohne Angabe von Quellen.
 

Newsticker

Magazin: VW-Chef will höhere Rendite bei VW früher erreichen