Eurokurs legt leicht zu - Rasante Talfahrt bei Rubel und Lira

Am Markt spielte die politische Lage im Nahen Osten eine wichtige Rolle. US-Präsident Donald Trump hatte mit einem unmittelbar bevorstehenden Militärschlag gegen Syrien gedroht. "Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (...)", schrieb Trump beim Kurznachrichtendienst Twitter. Nach den Aussagen geriet der Dollar unter Druck, und der Euro konnte im Gegenzug etwas zulegen.

Außerdem erhielt die Gemeinschaftswährung weiter Auftrieb durch Äußerungen des österreichischen Notenbankchefs und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny vom Vortag. Dieser hatte eine erste Anhebung des Einlagensatzes zur Diskussion gestellt, ohne jedoch einen konkreten Zeitpunkt zu benennen. Der Einlagensatz liegt derzeit bei minus 0,4 Prozent. Er ist damit eine Art Gebühr, die Geschäftsbanken hinterlegen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Analysten der Commerzbank warnten in einem Kommentar davor, die Äußerungen Nowotnys "für bare Münze zu nehmen". Die Aussagen des österreichischen Notenbankchefs seien "nicht immer der verlässlichste Indikator" für die Entscheidungen der EZB. Die Notenbank hatte in einer E-Mail darauf hingewiesen, dass die Äußerungen Nowotnys nicht die Ansicht des EZB-Rats widerspiegelten.

Weiter auf Talfahrt sind die Währungen Russlands und der Türkei. Im Tagesverlauf verlor der Rubel im Handel mit dem Dollar etwa 2,5 Prozent an Wert. Seit Ende der vergangenen Woche hatte die Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen Russland die Währung um mehr als 11 Prozent einbrechen lassen. Erneut starke Verluste gab es auch bei der türkischen Lira, die im Handel mit dem Dollar erneut auf ein Rekordtief fiel.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87360 (0,87183) britische Pfund, 132,26 (132,28) japanische Yen und 1,1855 (1,1792) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete im freien Handel am Nachmittag 1.353,19 Dollar - 13,55 Dollar mehr als am Vortag. Gefixt wurde die Feinunze Gold in London zuletzt am Dienstag mit 1.338, 95 (Montag: 1.331,95) Dollar.

München (APA/Reuters) - Siemens kauft das US-Technologieunternehmen Austemper Design Systems, einen jungen Softwareanbieter für Sicherheitsanwendungen. Mit der Übernahme könne Siemens sein Angebot an Kunden ergänzen, die sich mit autonomem Fahren sowie der Digitalisierung von Produktionsbetrieben und Infrastruktur beschäftigen, teilte das Unternehmen mit. Die Details der Übernahme würden nicht bekannt gegeben.
 

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Siemens kauft US-Technologie-Start-up

Washington (APA/AFP/Reuters) - "Baut sie hier!": US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit der EU erneut mit Strafzöllen auf europäische Auto-Importe gedroht. Wenn die Europäische Union nicht "bald" ihre langjährigen Zölle und Barrieren für US-Produkte "niederbricht und beseitigt", würden die USA einen 20-prozentigen Tarif auf alle aus der EU eingeführten Autos verhängen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.
 

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Trump droht wieder mit Zöllen auf EU-Autos: "Baut sie hier!"

Brüssel (APA/dpa/Reuters) - Mit Zöllen auf amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter hat die EU im Handelsstreit mit den USA zurückgeschlagen. Die Vergeltungszölle sind in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten. Auf europäische Verbraucher dürften bei einigen Produkten Preiserhöhungen zukommen.
 

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Zölle auf US-Produkte in Kraft: Einige Produkte dürften teurer werden