Euro fällt zeitweise unter 1,16 US-Dollar - Abends bei 1,1600 Dollar

Frankfurt - Der Eurokurs ist am Donnerstag kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit über elf Jahren gefallen. Die Kehrtwende in der Wechselkurspolitik der Schweiz brachte den Euro auch im Verhältnis zum US-Dollar unter Druck. Sein Kurs fiel bis auf 1,1568 Dollar. Gegen 18 Uhr notierte der Euro bei 1,1600 Dollar.

Vor der Entscheidung hatte der Euro noch knapp unter der Marke von 1,18 Dollar gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1708 (Mittwoch: 1,1775) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8541 (0,8493) Euro.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hatte den im September 2011 festgesetzten Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro aufgehoben und damit den Eurokurs stark unter Druck gebracht. Es habe sich um einen "völlig überraschenden Schritt" gehandelt, kommentierte Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank.

So fiel der Eurokurs bis auf ein Rekordtief von 0,8517 Franken. "Am Euro-Franken-Markt herrschten für Minuten chaotische Zustände", sagte Karpowitz. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und stieg wieder über die Marke von einem Franken.

"Mit der Freigabe des Wechselkurses läuft die SNB nun Gefahr, dass der Schweizer Franken massiv aufwertet", meinte Karpowitz. Die gleichzeitige Zinssenkung sei "kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein". Die Notenbank versucht, mit der Zinssenkung die Aufwertung des Franken zu beschränken, um die schweizerische Exportwirtschaft insgesamt nicht zu stark zu belasten.

Durch die Käufe von Wertpapieren aus der Eurozone hatte die SNB den Euro tendenziell auch zu anderen Währungen gestützt. Daher geriet der Euro nun auch zum Dollar stark unter Druck. Einige Beobachter vermuteten, dass die Schweizer Zentralbank schon vor der erwarteten weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die EZB reagieren wollte. Breit angelegte Staatsanleihekäufe der EZB würden den Euro weiter schwächen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76720 (0,77530) britische Pfund, 136,48 (137,48) japanische Yen und 1,0280 (1,2010) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1.259,00 (1.235,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.380,00 (33.020,00) Euro.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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