Euro-Industrie mit langsamstem Wachstum seit einem Jahr - Umfrage

Berlin (APA/Reuters) - Der starke Euro und Versorgungsengpässe bremsen die Industrie in der Eurozone zu Frühjahrsbeginn aus. Die Geschäfte liefen im April so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr, signalisiert die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Instituts IHS Markit unter tausenden Betrieben.

Der daraus ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,4 auf 56,2 Punkte, hielt sich damit aber deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. "Der Industriesektor hat zum Start ins zweite Quartal zwar weiter an Dynamik verloren, die Wachstumsrate blieb jedoch auf erfreulich hohem Niveau", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Versorgungsengpässe – darunter Lieferschwierigkeiten für Rohstoffe, Lieferverzögerungen und Fachkräftemangel – bremsten demnach die Produktion. "Streiks, schlechtes Wetter und ungewöhnlich hohe Krankheitsausfälle setzten den Unternehmen ebenfalls schwer zu", erklärte Williamson. "Der Nachfrage geschadet haben laut Umfrageteilnehmern aber auch andere Faktoren, wie der starke Euro und die galoppierenden Einkaufspreise." Sorgen vor Handelskriegen und dem Brexit erhöhten die Unsicherheit zusätzlich.

In fünf der acht untersuchten Euroländer ließ das Wachstum nach, darunter auch in Deutschland: Hier fiel das Barometer um 0,1 auf 58,1 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit neun Monaten. "Der Boom der zweiten Jahreshälfte 2017 mit rekordverdächtigen Lieferverzögerungen und Kapazitätsengpässen führte höchstwahrscheinlich zu einer leichten Überhitzung der Branche", sagte Markit-Experte Phil Smith zum Abschneiden der deutschen Industrie. "Allerdings scheint nach der erneuten Abkühlung die heißeste Phase hinter uns zu liegen, wenngleich die Wachstumsrate immer noch relativ hoch ist."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte