EU hinkt 2020-Zielen bei Jobs und Armut hinterher

Luxemburg/Brüssel - Die Vorgaben, die sich die EU 2010 bis 2020 in ihrer Wirtschaftsstrategie "Europa 2020" gesetzt hat, kommen nur schwer voran. Seit 2008 seien zwar erhebliche Fortschritte bei Klima und Bildung erzielt worden, doch gab es nur begrenzte Fortschritte bei den Forschungsausgaben. Bei Beschäftigung und Armutsreduktion habe sich der Abstand zu den Zielen vergrößert, teilte Eurostat am Montag mit.

Österreich liegt mit Ausnahme der Treibhausgas-Reduktion deutlich über dem EU-Durchschnitt und übererfüllt bisher die Bildungsziele. Mit einem Anteil von 7,3 Prozent frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgänger ist Österreich besser als sein nationales Ziel von 9,5 Prozent. Das EU-Ziel lautet unter 10 Prozent, tatsächlich lag die EU aber 2013 bei 12,0 Prozent. Mit einem Anteil von 39,6 Prozent tertiärer Bildungsabschlüsse - dazu zählen neben Hochschulen auch berufsbildende höhere Schulen - liegt Österreich über seinem nationalen Ziel von 38 Prozent. EU-Ziel ist über 40 Prozent, die EU lag 2013 bei 36,9 Prozent.

Das EU-Beschäftigungsziel von 75,0 Prozent wird zwar noch deutlich von der EU, die 2013 erst bei 68,4 Prozent lag, nicht erfüllt, doch Österreich liegt mit 75,5 Prozent bereits darüber und kommt auch in die Nähe seines nationalen Ziels von 77 Prozent.

Weniger erfreulich schaut es bei den Forschungsausgaben aus. Während sich die EU ein Ziel von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gesetzt hat und Österreich ein nationales Ziel von 3,76 Prozent anstrebt, kam die EU 2013 erst laut Schätzung von Eurostat auf 2,02 Prozent Österreich auf 2,81 Prozent.

Die EU kommt beim Abbau der Treibhausgase bereits nahe an ihr Ziel. Gegenüber 1990 will sie 20 Prozent CO2 reduzieren. 17,9 Prozent wurden laut Eurostat bisher erreicht. Österreich muss bis 2020 16 Prozent gegenüber 1990 abbauen, hat aber bis 2012 erst 12,5 Prozent CO2 reduziert. Dagegen hat Österreich 2012 seinen vorgeschriebenen Anteil von 34 Prozent erneuerbarer Energie mit 32,1 Prozent fast erfüllt. Die EU strebt 2020 einen 20-prozentigen Anteil von Erneuerbaren am Endenergieverbrauch an, kam 2012 aber erst auf 14,1 Prozent gegenüber 10,5 Prozent im Jahr 2008.

In der Armutsbekämpfung weist die EU neben der Beschäftigung den größten Rückstand auf. Die Zahl von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohter Personen soll bis 2020 EU-weit auf 96,6 Millionen reduziert werde. Derzeit sind 121,4 Millionen Menschen gefährdet, im Jahr 2008 waren es noch 116,6 Millionen. Österreich muss die Zahl der armutsgefährdeten Personen auf 1,464 Millionen reduzieren. 2013 waren laut Eurostat 1,572 Millionen Menschen in Österreich von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte