EU-Wertpapieraufsicht ESMA überprüft Preiserhöhungen durch Börsen

Frankfurt (APA/Reuters) - Ein Streit zwischen Börsen und Banken über die Kosten von Marktdaten hat die europäische Wertpapieraufsicht ESMA auf den Plan gerufen. Die ESMA habe in einem Fragebogen bei Marktteilnehmern Informationen über die Datenpreise eingeholt, sagte ein Sprecher der Behörde dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

Die ESMA will prüfen, ob sich Börsenbetreiber wie Deutsche Börse, Euronext oder die spanische Bolsa de Madrid bei der Preisgestaltung an die Vorgaben der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II halten. Die ESMA werde die Antworten der Beteiligten nun auswerten und dann entscheiden, ob sie Maßnahmen ergreife, sagte der ESMA-Sprecher der Zeitung.

Auch von den Wettbewerbshütern in Brüssel droht den Börsenbetreibern Ungemach. "Die ESMA steht in Kontakt mit der EU-Wettbewerbskommission, bei der auch Beschwerden eingegangen sind", erklärte der ESMA-Sprecher. Die Kommission beobachte die Situation, habe jedoch noch kein formelles Verfahren eingeleitet.

Nach der seit Anfang des Jahres geltenden MiFID-II-Richtlinie müssen die Börsen ihre Daten "zu angemessenen wirtschaftlichen Konditionen" bereitstellen. Börsenbetreiber haben ihre Preise für bestimmte Marktdaten zum Jahreswechsel zum Teil erheblich angehoben. Banken, Broker und Hochfrequenzhändler werfen den Börsenkonzernen vor, ihre monopolartige Stellung in einigen Marktbereichen auszunutzen. Die Börsen weisen dem Bericht zufolge die Kritik zurück.

"Gestiegen sind die Kosten vor allem für professionelle Nutzer, bei denen unsere Daten direkt in die Systeme einfließen, etwa bei Algo-Tradern oder bankeigenen Handelsplattformen", sagte Deutsche-Börse-Manager Hartmut Graf dem "Handelsblatt". Das Preismodell für die automatisierte Datennutzung sei zehn Jahre alt gewesen. "Dort war eine Anpassung überfällig – auch vor dem Hintergrund, dass die automatisierte Nutzung von Daten stark zugenommen hat."

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker