EU-Versicherungsaufsicht blickt mit Sorge nach Italien

Frankfurt (APA/Reuters) - Die neue populistische Regierung in Italien löst Bedenken in der EU-Versicherungsaufsicht EIOPA aus. "Natürlich sind wir besorgt", sagte Behördenchef Gabriel Bernardino, am Dienstag im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Jede politische Entwicklung, die zu Instabilitäten an den Finanzmärkten führen könnte, habe große Auswirkungen auf die Branche.

"Das ist etwas, das wir verfolgen und genau beobachten", sagte Bernardino. Die Branche gehöre zu den größten institutionellen Investoren. Seinen Worten zufolge entfallen 35 Prozent der Investitionen von Versicherern auf Unternehmensanleihen und mehr als 30 Prozent auf Staatsanleihen.

Die Bildung der neuen italienischen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechtspopulistischer Lega hat zu Unruhe an den Börsen geführt. Dort wird befürchtet, die Koalition könne mit den angekündigten Ausgabenerhöhungen den Schuldenberg des Landes erhöhen und eine erneute Euro-Krise auslösen.

Auf die sich abzeichnende geldpolitische Wende in Europa sind die Versicherer Bernardino zufolge gut vorbereitet. "Wenn die Veränderung der Zinsen graduell, langsam, Schritt für Schritt erfolgt, rechne ich nicht mit großen Problemen aus Sicht der Marktstabilität", sagte er. An den Finanzmärkten wird aktuell mit ersten Zinserhöhungen der EZB frühestens zur Jahresmitte 2019 gerechnet.

Ankara (APA/Reuters) - Die türkische Regierung hat vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni ihre Ausgaben hochgefahren. Dadurch wuchs das Budgetdefizit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf umgerechnet rund 3,7 Mrd. Euro (20,5 Mrd. Lira), wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht.
 

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Türkisches Staatsdefizit stieg vor Wahlen kräftig - Mehr Ausgaben

Vilnius (APA/Reuters) - Die EZB wird nach Einschätzung von Litauens Notenbankchef Vitas Vasiliauskas möglicherweise im Herbst 2019 erstmals seit Jahren ihre Zinsen straffen. "Da es traditionell keine Sitzung im August gibt, ist es offensichtlich, dass wir über September, Oktober sprechen könnten", sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag vor Journalisten. "Ich würde sagen, es geht in Richtung Herbst."
 

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EZB-Notenbanker hält Zinserhöhung im Herbst 2019 für möglich

Wien (APA) - Die ÖVP/FPÖ-Regierung will den lebenslangen Rücktritt von Lebensversicherungen im Fall von falscher oder fehlender Belehrung um einiges unattraktiver machen. Betroffene sollen bereits 2019 deutlich weniger Geld herauskommen. Die Arbeiterkammer und die Liste Pilz kritisieren den schwarz-blauen Vorstoß.
 

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AK-Kritik: Regierung macht Versicherungsrücktritt unattraktiver