EU, USA und Japan einig im Kampf gegen Industrie-Subventionen

Brüssel/Washington/Tokio (APA/dpa) - Die EU, die USA und Japan haben eine gemeinsame Offensive gegen staatlich geförderte Überkapazitäten in industriellen Schlüsselbranchen gestartet. Eine entsprechende Erklärung wurde am Dienstag von der EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, dem japanischen Wirtschaftsminister Hiroshige Seko und dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer unterzeichnet.

Marktverzerrende Subventionen, staatliche Unternehmen und erzwungener Technologie-Transfer seien Gründe für ernsthafte Besorgnisse hinsichtlich der Funktionsfähigkeit des internationalen Handels, heißt es in der gemeinsamen Erklärung am Rande der 11. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Buenos Aires. Die EU, Japan und die USA seien sich einig, in Rahmen der WTO und anderer Foren ihre Zusammenarbeit zu stärken, um diese "unfairen marktverzerrenden und protektionistischen" Praktiken von Drittländern abzuschaffen.

Es wird in dem Dokument weder eine Produktionsbranche noch ein Land genannt. In WTO-Konferenzkreisen wurde aber der Text an China und dessen Stahlproduktion gerichtet interpretiert.

Der deutsche Delegationsleiter auf der WTO-Konferenz, Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, der Abbau der Überkapazitäten in der Stahlproduktion werde zurzeit im Rahmen des vom G-20 eingerichteten "Global Forum on Steel" besprochen.

Das unter der chinesischen G-20-Präsidentschaft gegründete Forum habe einen Mechanismus etabliert, um Transparenz zu schaffen. "Wir haben uns grundsätzlich verständigt, wie man Überkapazitäten in den nächsten Jahren abbauen will. Das wird erstmal jetzt die Grundlage sein, auf der die G-20 die Arbeit fortsetzen wird", sagte Machnig am Dienstag in Buenos Aires am Rande des WTO-Treffens.

Wien/Linz (APA) - Der 50. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere verlief heute äußerst zäh. Nachdem Richterin Marion Hohenecker die Befragung von Grasser abgeschlossen hatte, war die Anklagebehörde am Wort - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Ex-Minister machte von seinem Recht auf Entschlagung Gebrauch und beantwortete so gut wie keine Frage.
 

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Grasser-Prozess - 50. Tag im Zeichen des Schweigens

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro aus. Er ließ am Donnerstag aber offen, ob er damit auf ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern zusteuert. Dies hänge auch daran, wie sich die Beziehungen zur Metro-Spitze gestalteten und ob er und sein Investment-Partner Patrik Tkac die "zukünftige Entwicklung zielgerichtet unterstützen können".
 

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Milliardär Kretinsky hält nach Metro-Aktienkauf Karten bedeckt

Dublin/Brüssel (APA/dpa) - Die Anteilseigner von Europas größtem Billigflieger Ryanair haben bei ihrer Hauptversammlung der Führungsspitze einen Denkzettel verpasst. Zwar wählten die Aktionäre den Verwaltungsratsvorsitzenden David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary wieder - Bonderman bekam jedoch nur 70,5 Prozent Zustimmung. O'Leary erzielte immerhin 98,5 Prozent.
 

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Anleger wählen Ryanair-Führungsspitze trotz Turbulenzen wieder