EU-Kommission will gemeinsame Euro-Anleihen

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission hat am Donnerstag einen Vorschlag für von Staatsanleihen unterstützte gemeinsame Euro-Anleihen vorgelegt. Allerdings wurde von der EU-Behörde betont, dass es sich nicht um "Euro-Bonds" handle und diese SBBS (sovereign bond-backed securites) keine Vergemeinschaftung von Risiken und Verlusten durch die Euro-Staaten bedeuteten.

Nur Privatinvestoren würden sich Risiken und mögliche Verluste teilen. Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis sprach von einem "pragmatischen Vorschlag". Die private Aufnahmekapazität von Risiken werde durch integrierte Finanzmärkte gestärkt und das Risiko im Bankensektor gleichzeitig reduziert. Auch könnte die Verbindung zwischen Banken und ihren Staaten gelockert werden, die trotz jüngster Fortschritte in einigen Fällen sehr eng geblieben sei. SBBS würden jedenfalls die bereits bestehenden nationalen Anleihenmärkte nicht negativ beeinflussen.

Diese europäischen Anleihen sollen ein diversifizierter Pool von Staatsanleihen durch eine Gruppe von Euro-Mitgliedsländern sein, wobei es eine Gewichtung nach der wirtschaftlichen Stärke jedes Landes geben solle. Wenn Investoren von diesem Pool unterlegte SBBS kaufen, können sie entscheiden, ob sie höhere oder niedrigere Sicherheiten wollen, je nach ihrem "Risiko-Appetit", so die Kommission. Die mit höchstem Risiko behafteten europäischen Anleihen würden als erste Verluste tragen müssen, sollten solche auftreten, auf der anderen Seite aber auch den Investoren das meiste Geld bringen.

Der Vorschlag der Kommission soll existierende regulatorische Hindernisse beseitigen. Die SBBS sollen die gleiche Behandlung wie Staatsanleihen der Eurozone erhalten. Banken, die in die Bonität von SBBS investieren, sollen eine größere Diversifizierung und weniger Risiko für ihre Staatsanleihen-Portfolios lukrieren, was eine positive Auswirkung auf die Stabilität des gesamten Finanzsystems habe. Die neuen Wertpapiere würden dazu beitragen, das Angebot an risikoarmen Euro-Anlageinstrumenten zu erweitern.

Sollten die Anleihen der eher solventen Staaten wie Deutschland, Niederlande, Österreich oder Finnland als Rückendeckung für die SBBS ausgegeben werden, dürfte der Vorschlag aber auf Widerstand eben dieser Staaten stoßen. Diese Länder hatten sich immer stark gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden in der Wirtschafts- und Währungsunion gewendet. Diese Länder mit größerer Zahlungsfähigkeit befürchten, dass sie Bürgschaften für die Schulden anderer weniger solventer Staaten und ihrer Banken übernehmen müssen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro