EU-Kommission empfiehlt Visa-Freiheit für Türkei: Noch 5 Punkte offen

Brüssel - Die EU-Kommission empfiehlt die Visa-Freiheit für die Türkei, obwohl Ankara noch nicht alle Bedingungen erfüllt. Von 72 dieser von Türkei umzusetzenden Punkte seien fünf bisher nicht erfolgt. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, erklärte am Mittwoch in Brüssel, Ankara habe aber wichtige Fortschritte gemacht, vor allem in den vergangenen Wochen.

Außerdem stellte Timmermans klar, dass kein türkischer Staatsbürger in die EU ohne einen biometrischen Pass einreisen könne. Die Frist zur Umstellung alter Pässe auf biometrische läuft bis Jahresende. Der Vorschlag der EU-Kommission muss von EU-Parlament und Rat genehmigt werden.

Timmermans verwies darauf, dass damit der Weg für eine Entscheidung im Juni für das Visa-freie Reisen von türkischen Bürgern in die EU offen sei. Er erklärte, es seien noch von den türkischen Behörden "dringlich" einige Maßnahmen zu setzen, doch wenn Ankara auf dem Fortschrittspfad bleibe, könnten sie die ausstehenden Bedingungen erfüllen. "Deshalb haben wir vorgeschlagen, die Visa-Freiheit für die Türkei zu empfehlen".

Die fünf noch von Ankara bis Juni 2016 zu erfüllenden Bedingungen sind: Erstens die Annahme von Maßnahmen zu Verhinderung von Korruption in Zusammenarbeit mit den Empfehlungen der EU, zweitens die Angleichung der Gesetzgebung über den persönlichen Datenschutz an EU-Standards, drittens eine Vereinbarung über eine Zusammenarbeit mit Europol, viertens das Angebot einer effektiven Justizkooperation in Kriminalfällen mit allen EU-Staaten und schließlich die Überarbeitung der Gesetzgebung und Praxis zu Terrorismus mit europäischen Standards. Beim fünften Punkt geht es vor allem um die Definition von Terrorismus und die Einführung von Kriterien der Verhältnismäßigkeit.

Darüber hinaus gebe es zwei weitere Bedingungen, die aufgrund ihrer Umsetzungen eine längere Vorbereitungszeit bedürfen. Dazu zählten eben einerseits die biometrischen Daten, die einen zeitlichen Vorlauf benötigen, und zweitens die vollständige Umsetzung des EU-Türkei-Rückübernahmeabkommens.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos verwies ebenso auf die bisher von der Türkei gemachten Fortschritte. "Wir vertrauen" Ankara, dass sie gewillt sind, in allen Bereichen so rasch wie möglich voranzukommen". Natürlich werde die Kommission den Prozess eng verfolgen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro