EU-Kommission schlägt einfachere Mehrwertsteuer-Regeln vor

Brüssel (APA) - Die EU-Kommission schlägt einfachere Mehrwertsteuer-Regeln vor. EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici erklärte am Donnerstag, für Klein- und Mittelbetriebe sollten die Verwaltungskosten vor allem bei grenzüberschreitenden Projekten reduziert werden. Der Mindest-Mehrwertsteuersatz soll 15 Prozent betragen.

Darüber hinaus soll jedes Land zwei ermäßigte Mehrwertsteuer-Sätze zwischen einer Untergrenze von fünf Prozent sowie dem vom Staat gewählten Normalsatz anwenden können. Außerdem ist auch ein Nullsteuersatz für eine bestimmte Produktgruppe vorgesehen sowie ein weiterer reduzierter Satz zwischen null und dem vom Land gewählten ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz geplant. Schließlich sollen die bisher für bestimmte Güter geltenden reduzierten Sätze abgeschafft und durch eine neue Produktliste ersetzt werden. Dabei müsse der Standardsatz von mindestens 15 Prozent für Waffen, Alkoholika, Glücksspiel und Tabak angewandt werden.

Außerdem sieht der Vorschlag der EU-Kommission, der nun Rat und Europaparlament vorgelegt wird, vor, dass der Durchschnitts-Mehrwertsteuersatz in jedem Land mindestens zwölf Prozent beträgt. Moscovici verwies darauf, dass die gemeinsamen MwSt-Regeln, die seit 1992 gelten, heute veraltet und zu restriktiv seien. Darüber hinaus soll der Plan Brüssels vor allem kleine Unternehmen entlasten. Deren Kosten zur Erfüllung der gesetzlichen Mehrwertsteuer-Regeln sei unproportional hoch. Bei grenzüberschreitenden Geschäften entstünden elf Prozent höhere Verwaltungskosten, verglichen mit jenen Firmen, die nur im eigenen Land agierten. Dies sei ein großes Hindernis für Wachstum, wobei Mosocivic darauf verwies, dass 98 Prozent der Geschäfte von Kleinunternehmen in der EU gemacht werde. Die heutigen Verwaltungskosten für solche Firmen sollen um 18 Prozent jährlich verringert werden.

Ferner gehe es mit dem flexiblen Vorschlag darum, den dramatischen Steuerbetrug in dem Bereich mit rund 50 Milliarden Euro jährlich zu reduzieren. Insgesamt bringe die Mehrwertsteuer jährlich eine Billion Euro, was rund sieben Prozent des Bruttonationalprodukts der EU entspreche.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker