EU-Kommissar Moscovici: Trübe Konjunkturaussichten im Euroraum

Brüssel - Der Aufschwung in der Eurozone hat nach Einschätzung von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici Anfang 2016 an Fahrt verloren. Die Wirtschaft sei zwischen Jänner und März weniger gewachsen als zunächst angenommen, sagte Moscovici am Donnerstag in Washington, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

"Leider hat sich der Ausblick für die nächste Zeit verschlechtert." Die EU-Kommission werde ihre Frühjahrsprognose am 3. Mai veröffentlichen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jüngst seine Wachstumsprognose für die Eurozone für 2016 von 1,7 Prozent auf 1,5 gesenkt. Die EU-Kommission traut dem Währungsraum nach bisheriger Schätzung ein Plus von 1,7 Prozent zu. Im Schlussquartal 2015 ging es um 0,3 Prozent nach oben.

Die Risiken für den mittel- und langfristigen Wirtschaftsausblick seien nach wie vor groß, sagte Moscovici. Als Herausforderungen für die Politik nannte er die Flüchtlingskrise und Sicherheitsfragen, die ein Hindernis für Investitionen und Wachstum sein könnten. "Deshalb müssen wir immer noch entschlossen handeln, um das Wachstum anzukurbeln."

Wenn es gelinge, die Flüchtlinge gut in den Arbeitsmarkt einzugliedern, sei dies eine Chance für die EU. Sollten zwischen 2015 und 2017 rund drei Millionen Migranten kommen, dürfte das die Wirtschaft bis zum nächsten Jahr um 0,2 bis 0,3 Prozent anschieben, äußerte Moscovici. Er verwies auf eine Modellrechnung der EU vom November.

Ankara (APA/Reuters) - Die türkische Regierung hat vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni ihre Ausgaben hochgefahren. Dadurch wuchs das Budgetdefizit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf umgerechnet rund 3,7 Mrd. Euro (20,5 Mrd. Lira), wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht.
 

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Türkisches Staatsdefizit stieg vor Wahlen kräftig - Mehr Ausgaben

Vilnius (APA/Reuters) - Die EZB wird nach Einschätzung von Litauens Notenbankchef Vitas Vasiliauskas möglicherweise im Herbst 2019 erstmals seit Jahren ihre Zinsen straffen. "Da es traditionell keine Sitzung im August gibt, ist es offensichtlich, dass wir über September, Oktober sprechen könnten", sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag vor Journalisten. "Ich würde sagen, es geht in Richtung Herbst."
 

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EZB-Notenbanker hält Zinserhöhung im Herbst 2019 für möglich

Wien (APA) - Die ÖVP/FPÖ-Regierung will den lebenslangen Rücktritt von Lebensversicherungen im Fall von falscher oder fehlender Belehrung um einiges unattraktiver machen. Betroffene sollen bereits 2019 deutlich weniger Geld herauskommen. Die Arbeiterkammer und die Liste Pilz kritisieren den schwarz-blauen Vorstoß.
 

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AK-Kritik: Regierung macht Versicherungsrücktritt unattraktiver