EU-Investionsbank investierte 2017 1,58 Mrd. Euro in Österreich

Luxemburg/Brüssel (APA) - Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat 2017 1,58 Mrd. Euro in Projekte in Österreich investiert. Das ist mehr als 2016, als die EIB Darlehen im Umfang von 1,45 Mrd. Euro in Österreich vergeben hat. Die Bank erreichte europaweit eine Rekordzahl von 901 genehmigten Projekten im Jahr 2017 - 15 Prozent mehr als 2016, wie EIB-Präsident Werner Hoyer am Donnerstag in Brüssel sagte.

Die EU-Bank stellte im Vorjahr insgesamt 78,16 Mrd. Euro für die Ziele der EU in Europa und weltweit bereit, erklärte Hoyer bei der jährlichen Pressekonferenz der EIB. Die Bank ermöglichte demnach Investitionen von rund 250 Mrd. Euro, indem sie privates Kapital mobilisierte.

Die Rekordzahl von Projekten sei darauf zurückzuführen, dass die EU-Bank viel mehr kleinere Geschäfte genehmigte und mehr innovative Unternehmen in der Wachstumsphase förderte, erklärte die EIB. 2017 wurden fast 30 Mrd. Euro an kleine und mittlere Unternehmen vergeben. Knapp 14 Mrd. Euro flossen in Innovationen.

Eine wichtige Rolle spielt die EIB auch im Rahmen des Juncker-Plans. Der Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) schob nach Angaben der Bank bis Ende 2017 Investitionen von 257 Mrd. Euro an. Der EFSI sei damit auf einem guten Weg, um das angestrebte Investitionsvolumen von 315 Milliarden Euro auf Basis einer Garantie von 21 Milliarden Euro zu erreichen.

"Der EFSI ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die EU-Bank dazu beitragen kann, mit knappen öffentlichen Mitteln mehr zu erreichen", sagte Hoyer. "Wir freuen uns über die Verlängerung des Juncker-Plans, die seit Jahresbeginn in Kraft ist. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen mit dem EFSI und seinem großen Erfolg haben wir angeboten, uns stärker in den mehrjährigen Finanzrahmen der EU nach 2020 einzubringen."

Zur Bekämpfung des Klimawandels vergab die EIB 2017 19 Mrd. Euro. Im Zeitraum 2016 bis 2020 will die Bank 100 Mrd. Euro in den Klimaschutz investieren.

Die EU-Bank feiert heuer ihr sechzigjähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1958 hat sie nach eigenen Angaben Kredite von mehr als einer Billion Euro vergeben.

Hoyer will eine neue Struktur für die Entwicklungsfinanzierung der Bank schaffen. "Wir sprechen derzeit mit unseren Anteilseignern, den EU-Mitgliedstaaten, und der Europäischen Kommission darüber, wie wir unsere Entwicklungsfinanzierungen bündeln können. Wir wollen eine spezielle Struktur in der EIB-Gruppe schaffen, um mit der EU-Entwicklungspolitik mehr zu erreichen", sagte er.

"Wir wollen mehr Wirkung erzielen und besser mit Dritten zusammenarbeiten", so Hoyer. "Es gibt einfach nicht genug öffentliche Gelder, um die weltweiten Entwicklungsprobleme zu bewältigen. Nur wenn wir auch private Investoren gewinnen, können wir die UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung erreichen." Die EU-Bank ist eine der größten multilateralen Entwicklungsbanken. 2017 vergab sie fast acht Mrd. Euro ihres Finanzierungsvolumens für Projekte außerhalb der EU.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht