EU will Flüchtlingspolitik zentral steuern

Künftig soll das Erstaufnahmeland nicht mehr das Asylverfahren durchführen, so eine der Ideen der EU. Generell soll das nationale Asylverfahren an die EU ausgelagert werden. Die EU würde damit zentral von Brüssel aus entscheiden, wo welche Flüchtlinge hinkommen. Nicht jeder Partei gefällt diese "Einmischung in innerstaatliche Angelegenheiten."

Die EU-Kommission will am morgigen Mittwoch die künftige EU-Asylpolitik diskutieren und eine "politische Richtung" für die Neuausrichtung des Dublin-Systems vorgeben. Dies bestätigte ein Sprecher de EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Medienberichten zufolge zielt die Reform auf eine Europäisierung des Asylrechts ab.
Das Kommissionskollegium werde eine Mitteilung verabschieden, die "politische Optionen" für die Dublin-Reform enthält, sagte der Kommissionssprecher. Nach den Regeln der derzeitigen Dublin-Verordnung ist in den meisten Fällen das Erstaufnahmeland in der EU für Asylverfahren zuständig. Das System ist in der Flüchtlingskrise aber teilweise zusammengebrochen, weil die EU-Staaten die Flüchtlingsströme an die Nachbarländer "durchwinkten".
Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" wird die EU-Kommission am morgigen Mittwoch konkret vorschlagen, das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) von einer einfachen EU-Agentur in eine Agentur mit Entscheidungsbefugnissen umzuwandeln. Diese könnte dann künftig in jedem Land einen Ableger haben und auch Einsprüche gegen die jeweiligen Bescheide bearbeiten. Als eine Option zur Überarbeitung des aktuellen Dublin-Systems wird laut "Welt" ein Festhalten am bestehenden Verfahren mit einem "korrigierenden Fairness-Mechanismus" vorgeschlagen.
"Kann ich mir nicht vorstellen"
Offen für Verhandlungen über "Dublin neu" zeigte sich die österreichische Regierungsspitze. "Österreich hat immer gesagt, wir brauchen ein gemeinsames Asylrecht in Europa", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) beim Ministerrat am Dienstag. "Wenn wir die Aufteilung in Europa vornehmen wollen, dann verpflichtet das natürlich zu einer Harmonisierung in der Durchführung, das wird ja jedem einleuchten." Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sagte jedoch, dass die Auslagerung der nationalen Asylverfahren in EU-Kompetenz nur langfristig umzusetzen sei. Dass das schon in den nächsten Monaten möglich wäre, "kann ich mir nicht vorstellen".

Die Freiheitlichen lehnen Pläne für ein zentralisiertes europäisches Asylverfahren strikt ab, wie ihr Generalsekretär und Delegationsleiter im EU-Parlament, Harald Vilimsky, sagte. "Die EU-Kommission hat bereits bewiesen, dass sie dem Chaos in der Migrationskrise nicht Herr wird und die Situation mit jeder Entscheidung nur noch verschlimmert. Künftig soll also Brüssel über die Bevölkerungsstruktur der europäischen Nationalstaaten entscheiden und nicht mehr der nationale Souverän und seine Bürger", kritisierte Vilimsky. Ablehnend äußerte sich auch Team-Stronach-Klubchef Robert Lugar. Zentralisierte Asylverfahren seien eine Einmischung in innerstaatliche Angelegenheiten, kritisierte er.
Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Grüne Delegationsleiterin Ulrike Lunacek begrüßte die Kommissionspläne dagegen. Die Ideen "lesen sich wie eine Blaupause unserer seit langem vorgetragenen Grünen Forderungen", sagte Lunacek am Dienstag laut Aussendung. Auch die Neos-Europaabgeordnete Angelika Mlinar bezeichnete es als "mehr als sinnvoll", das EU-Asylbüro EASO zu einer Agentur mit Entscheidungsbefugnissen umzuwandeln. Der Vizepräsident des EU-Parlaments und FDP-Politiker Alexander Lambsdorff nannte gemeinsame Asylverfahren längst überfällig. Dies sei ein "Gebot der Fairness, denn manche EU-Mitgliedstaaten wetteifern förmlich darum, möglichst unattraktive Bedingungen für Migranten zu schaffen, die dann in andere Mitgliedstaaten weiterziehen".


Auch der Sicherheitssprecher der ÖVP im EU-Parlament, Heinz K. Becker, sprach sich für ein einheitliches EU-Asylsystem aus. "Wir brauchen eine faire Verteilung der Lasten auf alle EU-Mitgliedsstaaten. Ob ein Fairness-Mechanismus oder ein vorher festgelegter Verteilungsschlüssel besser geeignet sind, können wir erst beurteilen, wenn wir die Vorschläge der EU-Kommission kennen", so der Europaabgeordnete in einer Aussendung.
Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte unterdessen, dass am Dienstag weitere 31 syrische Flüchtlinge aus der Türkei in den Niederlanden angekommen sind. Der Prozess sei reibungslos abgelaufen. Im Gegenzug seien am Montag zwei Syrer von Griechenland in die Türkei abgeschoben worden. Die beiden Personen hätten nicht angegeben, in der EU Asyl beantragen zu wollen.
Aktuelle Zahlen über die Abschiebungen von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei nannte die EU-Kommissionssprecherin auf Anfrage nicht. Parallel zur den Rückführungen verstärke die EU die Verwaltungskapazitäten in Griechenland, sagte die Sprecherin. So würden 30 zusätzliche EASO-Beamte auf die griechischen Inseln geschickt, um Asylanträge zu prüfen. Auch seien 256 neue Frontex-Experten nach Griechenland entsendet worden.

Wien (APA) - Die börsennotierte CA Immo bringt eine neue Unternehmensanleihe auf den Markt. Die Schuldverschreibung hat ein Volumen von 150 Mio. Euro und eine Laufzeit von 7,5 Jahren. Der fixe Kupon beträgt 1,875 Prozent, die Anleihe ist zu je 1.000 Euro gestückelt und kann von Privatanlegern vom 20. bis 25. September gezeichnet werden - vorbehaltlich eines früheren Zeichnungsschlusses, teilte die CA Immo mit.
 

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CA Immo begibt neue 150 Mio. Euro Anleihe - Laufzeit 7,5 Jahre

Washington/Peking (APA/AFP) - Der Handelskrieg zwischen China und den USA eskaliert weiter: Als Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump geplanten neuen Strafzölle hat Peking am Dienstag Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. US-Importe im Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar (51,41 Mrd. Euro) sollen mit Strafzöllen belegt werden, wie die Führung in Peking erklärte.
 

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Handelskrieg zwischen China und den USA eskaliert weiter

Eisenach/Rüsselsheim (APA/dpa) - Wegen schwacher Nachfrage plant der Autobauer Opel in seinem Eisenacher Werk für den Oktober in größerem Umfang Kurzarbeit. Nach Informationen der Mainzer Verlagsgruppe VRM werden die Beschäftigten beider Schichten in dem Monat nur an 8 von 21 Arbeitstagen an den Bändern benötigt. An 13 Werktagen herrsche Kurzarbeit, wie die Zeitungen in ihren Mittwoch-Ausgaben berichten.
 

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Opel plant Kurzarbeit im Werk Eisenach