EU könnte China-Marktstatus an Stahl-Deal knüpfen

Die Europäische Union erwägt einem Insider zufolge, China nur dann den Status einer Marktwirtschaft zu gewähren, wenn die Volksrepublik ihre Überkapazitäten in der Stahlproduktion abbaut. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte der EU-Vertreter. Ein Sprecher der EU-Kommission wollte sich dazu nicht äußern.

Kommende Woche wollen Unterhändler beider Seiten in Peking zu Gesprächen zusammenkommen.

Laut einem Reuters vorliegenden Entwurf der Brüsseler Behörde hat die Volksrepublik im Stahlbereich eine Überkapazität von 400 Millionen Tonnen - mehr als doppelt so viel wie der Ausstoß der EU-Produzenten von 160 Millionen Tonnen. Im vergangenen Jahr hat sich dem Dokument zufolge der Export der chinesischen Stahlprodukte nach Europa um 53 Prozent erhöht. Die EU hat in 37 Fällen Strafzölle gegen Stahlimporte verhängt. China ist dem Dokument zufolge in 16 Fällen davon betroffen.

Im Februar hatte der chinesische Handelsminister Gao Hucheng EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström einem Reuters vorliegenden Brief zufolge vorgeschlagen, die Stahlproduktion um 100 bis 150 Millionen Tonnen zurückzufahren. Das sei aus EU-Sicht nicht ausreichend, sagte der Insider. Mitte Februar hatte die Brüsseler Behörde ihre Strafmaßnahmen gegen Produzenten aus China ausgeweitet.

Sollte die EU-Kommission entscheiden, China den Status einer Marktwirtschaft zu gewähren, wären Strafzölle nach internationalem Handelsrecht wesentlich schwerer aufrechtzuerhalten. Laut Regeln der Welthandelsorganisation muss sich die EU in dieser Frage bis Dezember positionieren. Nach Industrie-Angaben sind in der europäischen Stahlbranche seit 2008 rund 85.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, wofür die Produzenten auch die Billig-Konkurrenz aus Fernost verantwortlich machen.

Paris/Toulouse (APA/Reuters) - Laut Branchenkreisen könnte der europäische Luftfahrtkonzern Airbus künftig weniger Großraumflugzeuge vom Typ A380 bauen. Derzeit werde geprüft, ob die Produktion bis auf sechs Maschinen pro Jahr gesenkt werden könnte, ließ Airbus den Insidern zufolge einige Zulieferer wissen. Schon 2018 will Airbus nur noch zwölf und 2019 nur noch acht Jets dieses Typs herstellen.
 

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Kreise - Airbus könnte A380-Produktion drosseln

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Berlin (APA/dpa) - Der deutsche Finanzminister Peter Altmaier (CDU) und vier seiner europäischen Amtskollegen haben die US-Regierung vor den negativen Folgen ihrer geplanten Steuerreform gewarnt. Die Minister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien befürchten eine Benachteiligung ausländischer Firmen.
 

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Fünf EU-Finanzminister warnen vor US-Steuerreform