EU-Behörde für Deckelung von Banken-Engagements in Staatsbonds

Die neue EU-Behörde zur Abwicklung maroder Banken macht sich für eine Deckelung des Engagements der Geldhäuser in Staatsanleihen stark. Es gebe keine Anlageklasse, die risikofrei sei, sagte SRB-Chefin Elke König am Dienstag im EU-Parlament in Brüssel. "Grenzen zu setzen für das Engagement in eine einzelne Gegenpartei, Staaten eingeschlossen, macht absolut Sinn," sagte sie.

Bisher müssen Banken für Staatsanleihen in ihrem Investment-Portfolio kein Kapital hinterlegen, da sie als risikofrei gelten. Auch gibt es keine Obergrenze, wie viel Kredit ein Geldhaus einem einzelnen Land gewähren darf.

Die Diskussion um eine Neubewertung von Staatsanleihen in den Kapitalvorschriften für Banken läuft schon seit einiger Zeit. Wegen der Erfahrungen aus der Euro-Schuldenkrise wird die Bewertung solcher Schuldtitel als risikofrei immer kritischer gesehen. Länder wie Griechenland konnten von ihren EU-Partnern nur mit Milliarden an Hilfsgeldern vor dem finanziellen Zusammenbruch gerettet werden. Die oberste Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB), Daniele Nouy, hatte dafür plädiert, das Engagement von Banken in Anleihen eines Landes auf 25 Prozent des Eigenkapitals zu begrenzen.

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