EU-Aufsicht beschränkt Vertrieb von hochspekulativen Finanzprodukten

Wien (APA) - Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde (ESMA) verbietet nach einer mehrere Monate dauernden Überprüfung den Vertrieb von Binären Optionen an Kleinanleger und schränkt den Vertrieb von finanziellen Differenzgeschäften an Kleinanleger stark ein. Sie reagiert damit auf häufige und hohe Verluste von Kleinanlegern, die in solchen Produkten investiert sind, teilte die FMA am Dienstag mit.

"Binäre Optionen und finanzielle Differenzgeschäfte sind keine nachhaltigen Finanzanlagen, sondern hochriskante Wetten auf finanzielle Ereignisse. Mit diesem Beschluss konnten wir die neuen rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz von Investoren europaweit effektiv einsetzen", so die Vorstände der Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

Hohe Gewinnversprechen bei Finanzprodukten bedeuten immer auch hohes Verlustrisiko, so die FMA-Vorstände. Sie empfehlen Kleinanlegern bei der Veranlagung der Ersparnisse die professionelle Beratung bei Banken oder konzessionierten Finanzdienstleistern in Anspruch zu nehmen.

Analysen der zuständigen nationalen Behörden zum CFD-Handel in verschiedenen EU-Staaten zeigen, dass in 74 bis 89 Prozent der Kleinanlegerkonten üblicherweise Anlageverluste verzeichnet werden, wobei der durchschnittliche Verlust pro Kunde zwischen 1.600 und 29.000 Euro beträgt. Die Untersuchungen der zuständigen nationalen Behörden zu Binären Optionen haben ebenfalls durchgängige Verluste in Kleinanlegerkonten aufgezeigt.

Die rechtliche Handhabe, den Vertrieb riskanter Finanzprodukte an Kleinanleger zu beschränken oder zu verbieten, verfügte die ESMA erst mit der am 3. Jänner in Kraft getretenen EU-Finanzmarktverordnung MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation). Die nunmehr gesetzte Maßnahme wird ab Inkrafttreten zunächst für drei Monate gültig sein und kann danach bei Bedarf verlängert werden.

"Binäre Optionen" ("binary options") sind Wetten auf eine Ja/Nein-Entscheidung. Tritt das zuvor definierte Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag, andernfalls verfällt die gekaufte Option wertlos. Als Basiswerte kommen Indizes, Aktien, Währungspaare oder auch Rohstoffe in Frage, wobei bezogen auf einen fixierten Zeitpunkt nur auf fallenden oder steigenden Kurs spekuliert wird. Die Online-Angebote von Binären Optionen sind häufig so ausgestaltet, dass für die Kunden zwangsläufig Verluste entstehen.

Bei CFDs ("Contracts For Differences") handelt es sich um finanzielle Differenzgeschäfte. Bei diesem hochspekulativen Finanzprodukt spekuliert der Käufer auf die Preisänderung des zugrunde liegenden Vermögenswertes, etwa einer Aktie, einer Ware, einer Währung oder eines Index. Wenn der Preis fällt, ist der Kunde verpflichtet bei Fälligkeit eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem vereinbarten Terminkurs und dem im Erfüllungszeitpunkt geltenden aktuellen Wert zu leisten. Durch die Hebelwirkung kann es zu Verlusten kommen, die das investierte Kapital bei weitem übersteigen.

Details zu den Beschränkungen wurden auf der ESMA-Homepage unter (http://go.apa.at/DtD1Dgxz) veröffentlicht.

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

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Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

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Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

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Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch