Erster Paypal-Quartalsbericht - Gewinn steigt, aber Aktie unter Druck

Der US-Bezahldienst Paypal hat seinen Umsatz im ersten Quartal nach der Trennung vom ehemaligen Mutterkonzern eBbay weniger stark gesteigert als erwartet. Die Erlöse kletterten von Juli bis September um rund 15 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreswert auf 2,3 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der klare Fokus auf digitale Bezahlservices habe zu starken Finanzergebnissen geführt, erklärte Paypal-Chef Dan Schulman. Die Prognosen der Analysten wurden beim Umsatz jedoch verfehlt. Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um mehr als sechs Prozent. Paypal meldete einen Quartalsgewinn von 301 Mio. Dollar. Die Zahl der aktiven Kundenkonten stieg zum Vorquartal um 2 Prozent auf 173 Mio. Dollar.

Der Quartalsbericht war nach der Abspaltung von eBay mit Spannung erwartet worden. Jahrelang war Paypal unter dem Dach des Online-Händlers der Umsatztreiber gewesen. Während eBay die Konkurrenz durch Wettbewerber wie Amazon zu schaffen machte, entwickelte sich Paypal zur begehrten Ertragsperle des Konzerns.

In den vergangenen Jahren hatten Anleger wie der für seine harte Gangart und offensive Einmischung ins Management berüchtigte Großinvestor Carl Icahn Druck für eine Abspaltung gemacht. Mit Erfolg: Vor gut einem Jahr kündigte eBay, das Paypal 2002 für 1,5 Mrd. Dollar gekauft hatte, den Börsengang der Tochter an.

Das Kalkül ist, dass die beiden Unternehmen getrennt schneller wachsen können. eBays vor einer Woche veröffentlichter Quartalsbericht war an der Börse gut angekommen, Umsatz und Gewinn sanken nach dem Abgang von Paypal weniger als angenommen. Beim Börsenwert zog der Bezahldienst rasch an der ehemaligen Konzernmutter vorbei - mit etwa 44 Mrd. Dollar brachte es Paypal zuletzt auf rund 10 Mrd. Dollar mehr als eBay.

Paypal wickelt nach wie vor den Großteil der Zahlungen auf eBay ab, öffnet sich aber als eigenständiger Konzern für neue Partnerschaften. Infrage kommen nun auch Anbieter, die den Dienst bisher mieden, weil sie sich als Konkurrent von eBay sehen. Paypal arbeitet mit verschiedenen Apps und der Sparte Braintree intensiv an der Entwicklung innovativer Zahlungsmethoden vor allem im Mobilbereich.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab