Erste Group verdiente operativ vor Wertberichtigungen weniger

Wien (APA) - Die Erste Group hat im ersten Quartal 2018 vor allem in Tschechien und Österreich gut verdient. Höhere Personalkosten und Beiträge für die Einlagensicherung ließen das Betriebsergebnis vor Wertberichtigungen jedoch um 2,1 Prozent von 599,2 auf 586,6 Mio. Euro sinken. Neue Bilanzstandards verringerten das bilanzielle Eigenkapital um 0,6 Mrd. Euro. Die Harte Kernkapitalquote sank auf 12,6 Prozent.

Anstiege gab es bei den Erträgen aus der Vermögensverwaltung sowie im Kreditgeschäft. Konzernweit stieg der Zinsüberschuss um 3 Prozent von 1,05 auf 1,08 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss legte um 4,6 Prozent von 457,7 auf 478,6 Mio. Euro zu. Das Handelsergebnis verringerte sich dagegen deutlich von 48,6 auf 11,3 Mio. Euro. In Summe legten die Betriebserträge vor Wertberichtigungen um 2,1 Prozent auf 1,65 (1,62) Mrd. Euro zu, teilte die Erste Group am Freitag weiter mit.

Vor allem um 5,7 Prozent von 571,7 auf 604,5 Mio. Euro gestiegene Personalaufwendungen erhöhten den Verwaltungsaufwand um 4,6 Prozent von 1,02 auf 1,07 Mrd. Euro. Die Beitragsleistungen in Einlagensicherungssysteme wurden von 64,7 auf 74,2 Mio. Euro erhöht. Somit ergab sich für das Betriebsergebnis ein Rückgang um 2,1 Prozent von 599,2 auf 586,6 Mio. Euro. Die Kosten-Ertrags-Relation stieg von 63 auf 64,5 Prozent.

Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten drehte von -65,8 auf 54,4 Mio. Euro. Der Grund dafür war der deutliche Rückgang des Saldos aus der Dotierung bzw. Auflösung von Vorsorgen für das Kreditgeschäft insbesondere in Österreich und Tschechien. Das Betriebsergebnis nach Wertberichtigungen stieg somit von 533,4 auf 641,0 Mio. Euro.

Die NPL-Quote verbesserte sich von 4,0 auf 3,7 Prozent. Die NPL-Deckungsquote stieg von 68,8 auf 72,5 Prozent.

Von den Banken- und Transaktionssteuern, die von 35,8 auf 38,6 Mio. Euro stiegen, entfielen 13,7 (13,2) Mio. Euro auf die ungarische Bankensteuer für das gesamte Geschäftsjahr.

Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis stieg um 26,8 Prozent von 262,2 auf 332,6 Mio. Euro.

Die Umstellung auf den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 9 zum 1. Jänner 2018 führte zu einer Verringerung des gesamten bilanziellen Eigenkapitals um 0,6 Mrd. Euro. Nach Vornahme der in der Eigenkapitalverordnung (CRR) festgelegten Abzugsposten und Filter ging das Harte Kernkapital (CET 1, Basel 3 aktuell) von 14,7 auf 14,4 Mrd. Euro zurück. Die gesamten regulatorischen Eigenmittel gingen von 20,3 auf 20,1 Mrd. Euro zurück.

Das Gesamtrisiko (die risikogewichteten Aktiva), das Kredit-, Markt- und operationelles Risiko inkludiert, stieg auf von 110,0 auf 114,0 Mrd. Euro. Die Harte Kernkapitalquote ging von 13,4 auf 12,6 Prozent zurück. Die Eigenmittelquote fiel von 18,5 auf 17,7 Prozent.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 4,2 Prozent von 220,7 auf 230,0 Mrd. Euro. Die Kundenkredite stiegen um 1,8 Prozent von 139,5 auf 142,1 Mrd. Euro. Einlagen der Kreditinstitute zogen um fast 30 Prozent von 16,3 auf 21,0 Mrd. Euro an. Kundeneinlagen stiegen um 2,9 Prozent von 151,0 auf 155,3 Mrd. Euro.

Die Erste Group geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten in Zentral- und Osteuropa, inklusive Österreich, das Kreditwachstum unterstützen werden. Sie rechnet für 2018 mit leicht steigenden Einnahmen, leicht rückläufigen Kosten und einem Anstieg der Risikokosten auf ein vergleichsweise immer noch niedriges Niveau. Bestätigt wird das Ziel, 2018 basierend auf dem durchschnittlichen um immaterielle Vermögenswerte bereinigten Eigenkapital einen ROTE (Return On Tangible Equity) von über 10 Prozent zu erreichen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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