Erste Group: Chinas Einfluss in Osteuropa nicht bedrohlich

Wien (APA) - China baut seinen Einfluss in Osteuropa (CEE) seit einigen Jahren aus, ist dabei aber nicht so erfolgreich wie erwartet. "Unserer Ansicht nach ist das aktuelle Niveau der chinesischen Präsenz in der Region nicht bedrohlich und sollte keinen signifikanten Einfluss auf diese Märkte haben", heißt es in einer Analyse der Erste Group.

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Handelsbeziehungen der CEE-Länder mit China intensiviert, noch mehr so ab dem EU-Beitritt 2007. Im Laufe von zehn Jahre beliefen sich die Investitionen aus China in der Region auf 8,2 Mrd. Euro, wobei fast 90 Prozent des Geldes nach Serbien, Ungarn und Rumänien floss. Konzentriert waren die Geschäfte auf Transport, Energie und Technologie. Trotz aller Investitionen steht kein chinesisches Unternehmen unter den Top-20 Produktionsbetrieben in CEE.

Huawei, Lenovo, ZTE, Comlink haben beispielsweise im Technologie- und Energiebereich Geld investiert, im Autosektor waren es unter anderem Zhi Dou für Elektroautos oder Linglong für Reifen. Größter Investor in Tschechien ist CEFC (China Energy Company). Seit dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten und der Verhaftung von Ye Jianming, CEO von CEFC, wurden jedoch geplante Deals in Tschechien gestoppt. Da Ye auch ehrenamtlicher Berater von Präsident Milos Zeman für Beziehungen mit China war, gibt es allerdings Sorgen vor allzu großem Einfluss Chinas auf die Politik des Landes.

Die Analyse der Erste Group weist auch darauf hin, dass Geld aus China zu weniger attraktiven Konditionen fließt, als die Mittel aus den EU-Fördertöpfen. Außerdem verlangt China im Gegenzug für Geldzusagen, Verträge mit chinesischen Partnerfirmen abzuschließen. Für EU-Mitgliedsländer in der Region sind daher Finanzierungen aus China selten attraktiv - für Staaten am Westbalkan, die weniger Zugang zu EU-Fördertöpfen haben, kann das anders sein.

Abgesehen von den Investitionen hat sich auch das Importwachstum ab dem EU-Beitritt 2007 beschleunigt. Dennoch bleiben die direkten Beziehungen Osteuropas mit dem Reich der Mitte klein, heißt es in der Analyse. Größter Importeur chinesischer Waren ist Polen, wo 7,8 Prozent der Importe aus China kommen, größer Exporteur Ungarn, das 3,1 Prozent der Exporte dorthin verschifft. Anders gerechnet: Alle Importe auch China in die CEE-Länder entsprechen 3,2 Prozent von deren BIP, die Exporte nur 1.1 Prozent des BIP.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro